Gymnasium Nord-Ost - Journalistenschule Ruhr - EUV:
Projekt: "Erstellung der Projektbroschüre "Schule - Wirtschaft - Arbeitsmarkt"




Presseveröffentlichung:

NRZ - Freitag, 28. September 2001

Schrauben und schreiben
Arbeitsamt / In einem gemeinsamen Projekt von Schule und Wirtschaft verfassen Jugendliche Artikel über den Arbeitsalltag

CHRISTOF WOLF

Essen. Die einen schauen, schrauben, bauen, die anderen schreiben darüber. Auf dass es alle erfahren: die Jugend, die Menschheit, die Schule, das Unternehmertum. Das war - kurz gesagt - die Idee für die Broschüre. Zehn Doppelseiten in Farbe sollten es sein, geschrieben von Schülern, genauer Zeus-Reportern. Zeus-Reporter sind Jugendliche, die irgendwann mal "Zeitung und Schule" gemacht haben - in diesem Fall für die NRZ.


Aber von vorn: Seit Mai 1999 hatte man beim Essener Arbeitsamt dieses schöne Projekt, genannt "Schule - Wirtschaft - Arbeitsmarkt". Schule trifft Firma, etwa wenn Chemie in den Räumen der Goldschmidt AG unterrichtet wird. Angefangen hat`s mit 20, inzwischen sind`s rund 50 Schule-Firmen-Patenschaften; manche mehr, manche weniger innig. Auf zwei Ausstellungen präsentierte das Arbeitsamt bisher die Ergebnisse, auch im Internet ist man vertreten (www.arbeitsamt.de/essen eingeben und auf "Projekte" klicken).

Was fehlte? Was zum Austeilen, dachte Gerhard Dohle, Leiter des Arbeitsamtes, es fehlt eine Broschüre für Schüler, Lehrer, Unternehmer, "sonstige Multiplikatoren". Da die Jugendlichen im Zentrum stehen, sollte Schülerstil gelten. Jugend schreibt über Jugend, Schüler machen was. Also, Zeus musste ran, konnte ran. Und die Zeit drängte. Die Journalistenschule Ruhr meldete sich beim Nord-Ost-Gymnasium, und der Zeus-gestählte Lehrer Dieter Vohwinkel stellte eine schnelle Truppe zusammen. Nun qualifiziert - sagen wir mal - ein Leben im ewigen Eis noch nicht zum Schreiben der ultimativen "Soziologie des Eskimos". Ein klein wenig Hilfe wurde also gebraucht.


 Zusammen mit NRZ-Volontär Christof Wolf (links) haben die Schüler des Essener Nord-Ost-Gymnasiums eine Broschüre über das Projekt "Schule - Wirtschaft - Arbeitsmarkt" erstellt. (Foto: Paul Walther)


Arbeitsamt, Stadt und Journalistenschule überlegten: Wir brauchen jemand, der schreiben, redigieren und mit Jugendlichen umgehen kann, der journalistische Erfahrung hat, aber trotzdem jung ist oder zumindest so wirkt. Den konnte man nicht finden und hat mich genommen - ganz einfach, weil ich als Volontär schon bei Zeus mitgewirkt hatte. Auch gut.

So ging ich irgendwann in Vohwinkels Büro im 20-Minuten-Takt Texte durch. Zehn Gruppen, besetzt mit zwei bis fünf Schülern, hatten sich in Schulen und Firmen umgesehen, gesehen, wie Mitarbeiter der Signum IT den Mädchen des Mädchengymnasiums Borbeck den Computer näher bringen oder die Azubis der Baufirma Bilfinger und Berger an der Katholischen Hauptschule Stoppenberg mit den Schülern einen Kaninchenstall bauen.

Ergebnis: Sie haben`s gut gemacht. Und als Sahnehäubchen hat Julia aus der Klasse 13 noch eine Glosse draufgesetzt. Wie sie die Redaktionsarbeit erlebte, wollen wir ausschnitthaft zitieren: "...schneller als die meisten Leute auch nur `Schule - Wirtschaft - Arbeitsmarkt` schreiben können, war ich also mitten in der Arbeit an einer Broschüre, war ich ein Teil des Projektes. Der Raum 17 unserer Schule wurde kurzerhand zum `Redaktionszimmer` umfunktioniert. Neben einem Telefon, das über Gelingen oder Scheitern eines Berichtes entscheiden konnte, stand uns ein PC zur Verfügung, an dem wir unsere Texte er- und überarbeiten konnten. Zu den Stoßzeiten, insbesondere während der zweiten großen Pause, wimmelte es dort von Schülern, und nur wenn es gelang `Ruhe jetzt! Ich muß telefonieren!` dazwischenzurufen, war es für einen Moment still. Gelegentlich fand man noch nach etlichen Minuten eklige Schleimspuren auf der Sprechmuschel des Telefonhörers..."

Ja, äh, springen wir mal an eine andere Stelle: "...schließlich ging es darum, mit Wörtern, Sätzen und Informationen zu jonglieren, bis man sie zu einem sinnvollen Text verbunden hatte. Jeder, der schon einmal versucht hat, eine Fülle von Informationen unter einen Hut zu bringen, in unserem Fall auf einen Umfang von zwei DIA-A4-Seiten, der weiß, wie schwierig das ist." Danke.

Die Ausstellung mit den neuen Projekten ist am 25. und 26. Oktober im Essener Arbeitsamt zu sehen. Dort wird dann auch die Broschüre präsentiert. (NRZ)


Wenn Sie Interesse haben:


Download der Projektbroschüre

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