Gustav-Heinemann Gesamtschule - Rotary Clubs Essen - RAG Bildung - Mercator:
Projekt: "Lernwerkstatt" 





Presseveröffentlichungen:

WAZ Essen

NRZ - Online - Samstag, 29. Juni 2002
Schüler fit machen für die Lehre

Die fünf hiesigen Rotary-Clubs geben 50 000 Euro für eine Lernwerkstatt. Gefördert werden Schüler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule.

Für eine "Lernwerkstatt mit Ausbildungsplatz-Garantie" machen sich jetzt die fünf Essener Rotary-Clubs stark. So lautet der Arbeitstitel eines neuen, im nächsten Schuljahr beginnenden Programms, bei dem leistungsschwächere Jugendliche in Schnupperkursen vor allem an handwerkliche Berufe herangeführt werden sollen.

Die Rotary-Clubs lassen sich das zunächst zweijährige Projekt rund 50 000 Euro kosten. Mit im Boot sitzen die RAG Bildung, die Kreishandwerkerschaft und das Arbeitsamt, das aller Voraussicht nach noch 20 000 Euro aus dem Topf "Vertiefte Berufswahlorientierung" draufpacken wird. Als Schule, die von dem Programm profitieren soll, wurde die Gustav-Heinemann-Gesamtschule ausgewählt.

Kurse auch in der Freizeit

Aufgrund der Fördersumme werden rund 40 Jugendliche teilnehmen können. Schüler der Klassen 9 und 10, die voraussichtlich mit dem Hauptschulabschluß abgehen werden, sollen zum einen beim Erreichen dieser schulischen Ziele unterstützt, zum anderen für die Lehre fit gemacht werden. Diese praktischen Schnupperkurse, die sowohl während des regulären Unterrichts als auch in der Freizeit nachmittags geplant sind, finden in der Ausbildungsstätte der RAG Bildung an der Bullmannaue in Katernberg statt. Vorausgesetzt, die teilnehmenden Jugendlichen gehen engagiert ans Werk und bestehen den Schulabschluss und den Ausbildungskurs, ist die Kreishandwerkerschaft bemüht, ihnen die Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis zu ermöglichen. 

WAZ - Montag, 16. September 2002

38 Schüler bekommen Unterricht in Lernwerkstatt
Mehrere Einrichtungen fördern Projekte an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule - Ziel heißt: Begehrtester Lehrling

Von Paul Binder

Das Schuljahr hat für 38 Jungen und zwei Mädchen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule anders als sonst begonnen. Die Neuntklässler knien sich rein bei der "Lernwerkstatt Essen", mit dem Rotary-Club, Arbeitsamt, RAG Bildung und Mercator-Stiftung ihnen einen Ausbildungsplatz besorgen wollen. Zwei Jahre lang bekommen die Schüler zwei zusätzliche Unterrichtsstunden pro Woche in der Ausbildungswerkstatt der RAG an der Bullmannaue, ganz in der Nähe der Katernberger Schule.

Initiatoren sind die Essener Rotary-Clubs, die über die Hälfte der verplanten 100 000 Euro ins Projekt pumpen. Lehrer und RAG haben das Programm aufgestellt. Wenn alles glatt geht, sollen die Gesamtschüler nach der Qualifizierung "die begehrtesten Auszubildenden in Essen sein", hofft Wilfried Beimann vom Rotary-Club Essen-Ost. Die Teilnehmer springen zunächst zwischen den Disziplinen. In der Orientierungsphase - die Lerneinheiten heißen Module - versuchen sie sich in Elektroinstallation, Automatisierungstechnik, Holzbearbeitung und Metallbearbeitung. Danach entscheiden sie, was ihnen am meisten liegt und verfeinern ihre Fertigkeiten in den folgenden Modulen. Im zweiten Jahr kommt Kaufmannswissen hinzu - "falls jemand feststellt, dass ihm der handwerkliche Bereich nicht liegt", erklärte J.-Christoph Reimann, Präsident der Rotarier in Essen-Ost, bei der Präsentation des Projektes Lernwerkstatt.

Während des fünften Moduls bauen die Gruppen zusammen Steckpulte für den Physikunterricht: Tischler und Metaller die Gehäuse, Elektriker verdrahten und verlöten, die Kaufleute kümmern sich - in der Theorie - um Kosten und Marketing-Strategien. Nach zwei Jahren gibt es ein Zertifikat, und wer mit "Gut" abschließt, darf sogar mit einer Ausbildungsplatz-Garantie rechnen. Jeder der Schüler weiß, was das heutzutage bedeutet. Reimann: "Noch arbeiten wir mit der IHK und der Handwerkskammer daran." Hans Reick jedenfalls, Leiter der Schule im Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf, hat nicht gerade jeden Tag mit so einem Projekt zu tun: "Das ist eine Förderung, von der wir nur träumen konnten."


Bilder aus dem Projekt:

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in der Elektro- und Metallwerkstatt unter fachkundiger Anleitung.

Erste Schritte in der Tischlerei - der Umgang mit dem Hobel will gelernt sein.







NRZ - Freitag, 13. September 2002

Schüler gehen nachmittags in die Werkstatt
Ausbildung / Rotary-Clubs wollen mit einem einzigartigen Projekt zunächst 40 Schülern den Weg zur Lehrstelle ebnen.

Der Start scheint zu glücken: Als Wolfgang Gmeiner gestern zur Pressekonferenz in die Gustav-Heinemann-Gesamtschule wollte, wurde der Ausbildungsleiter der RAG schon auf dem Parkplatz gestoppt: Die Neuntklässler wollten wissen, wann es losgehe und was sie heute nachmittag in den Werkstätten erwarte, berichtete er.

Die Motivation scheint also zu stimmen bei den 38 Jungen und zwei Mädchen, die in den kommenden zwei Jahren an einem Nachmittag in der Woche den Einstieg in die Berufswelt erproben. Zunächst gemeinsam, dann aufgeteilt in die Berufsfelder Elektroinstallation, Automatisierung, Holz- oder Metallbearbeitung. Wer während der ersten Phase merkt, dass ihm die Praxis mit Lötkolben und CNC-Fräse nicht so liegt, kann in den kaufmännischen Teil wechseln. Am Ende soll die Fertigung von Elektronik-Pulten stehen, an denen die Schüler im Unterricht Versuche vorführen.

Ziel des von Mercator-Stiftung und den fünf Essener Rotary-Clubs mit 100 000 Euro unterstützten Pilotprojektes ist eine höhere Praxisorientierung der Jugendlichen, die damit eher merken, welche Fertigkeiten im Berufsleben gefragt sind. Zugleich stellt diese Ausbildung neben der Schule beinahe schon so etwas wie eine Eintrittskarte für eine Lehrstelle dar. Und das ist bitter nötig, räumte doch Michael Hötte, Abteilungsleiter der Schonnebecker Gesamtschule, ein, dass nur wenigen der der Klasse 10 der direkte Weg in die Ausbildung gelingt. Bereits im februar wollen sich die Beteiligten mit Jugendlichen und Ausbildern unterhalten, um erste Rückmeldungen zu erhalten. J.-Christoph Reimann, Präsident des Rotary-Clubs Essen-Ost, hofft, dass es im Erfolgsfall gelingt, Geldgeber für die Fortsetzung des Projektes zu finden.                  (Herm)


Gemeinsam für die gute
Sache (v.l.): Wolfgang
Gmeiner (RAG Ausbildung),
Schulleiter Hans Reick,
Hans Gerhard Dohle
(Arbeitsamt), Claus-M. Müller
und Wilried Beimann (Rotarier).
 (NRZ-Foto: Tietz)


P R E S S E M I T T E I L U N G

Essen, 12. September 2002

Essener Rotarier initiieren „Lernwerkstatt"

Fit für die Ausbildung

Junge Leute auf die kommende Ausbildung vorbereiten, sie fit fürs Berufsleben machen und dazu noch Spaß am Lernen vermitteln: Dazu haben Rotarier aus Essen die „Lernwerkstatt Essen" ins Leben gerufen. Finanziell unterstützt wird das Projekt, dass heute (12. September) an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule startet, von den fünf rotarischen Clubs in Essen, vom Arbeitsamt Essen und der Stiftung Mercator GmbH. Insgesamt 100.000 Euro stehen für die zweijährige Laufzeit der Lernwerkstatt zur Verfügung.

„Wir wollen Schülerinnen und Schülern die Chance bieten, sich im Wettbewerb um einen Ausbildungsplatz eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen", erläutert J.-Christoph Reimann, Präsident des Rotary-Clubs Essen-Ost, die Idee, die nun umgesetzt wird. Vorbild für die Lernwerkstatt war eine ähnliche rotarische Initiative, die bereits in Bochum Schülerinnen und Schüler auf einen Beruf vorbereitet hat. Zwei Jahre lang können sich nun auch in Essen 40 Hauptschülerinnen und Hauptschüler der 9. Klasse in handwerklichen Berufen qualifizieren. Dazu kommen sie einmal in der Woche in die Ausbildungswerkstatt der RAG Bildung an der Bullmannaue. Das Unternehmen stellt seine Räumlichkeiten und die Lehrer für die Bildungsmaßnahme zur Verfügung.

„Die Lernwerkstatt vermittelt fachspezifische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten", so Reimann. „Darüber hinaus sollen die Jugendlichen Lernmethoden kennen lernen und selbstständig Projekte realisieren." Parallel zum Fachunterricht werden die Schüler auch sozialpädagogisch betreut, um die Motivation zu stärken, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen zu fördern. Auch wer sich sonst beim Lernen schwer tut, kann so außerhalb des Schulalltags sein Talent unter Beweis stellen. Am Ende des Projekts stehen junge Menschen mit einem offiziellen Zertifikat – reif für einen reibungslosen Start in die betriebliche Ausbildung. „Mit dem Zertifikat der RAG Bildung dürften die Bewerber für die Handwerkerschaft bevorzugte Kandidaten sein", ist Reimann überzeugt.

Die Ausbildung ist in einzelne Abschnitte unterteilt: Zu Beginn lernen die Teilnehmer in einer Orientierungsphase alle bei der RAG Bildung angebotenen Berufsfelder kennen, bevor sie sich für eine weitere Qualifizierung entscheiden: in Elektroinstallation und Automatisierung, in Holz- und Metallbearbeitung oder im kaufmännischen Bereich. Hier erlernen Sie die Grundlagen der jeweiligen Berufe. 

Wer sich für Elektroinstallation entschieden hat, lernt zunächst wichtige Gesetzmäßigkeiten der Elektrotechnik kennen und wird dann in Beleuchtungs-, Steuerungs- und Messtechnik eingeführt. Dazu gehört etwa das Lesen von Schaltplänen, Installation von Leitungen und das Auswerten von Messergebnissen. Im Berufsfeld Automatisierungstechnik stehen Halbleiterphysik, die Funktion von Transistoren, verschiedene Verfahren der Steuerungstechnik und die entsprechenden Geräte auf dem Lehrplan.

Bei der Metallbearbeitung geht es um Grundlagen der Werkstoffkunde, Werkzeugmaschinen und Bearbeitungstechniken wie Drehen, Fräsen, Thermoschweißen und CNC-Technik – in Theorie und Praxis. Ähnlich sind die Inhalte bei der Holzbearbeitung: Die Teilnehmer machen sich mit Verbindungstechniken und Furniertechnik vertraut, sie üben die Bearbeitung der unterschiedlichen Holzwerkstoffe. Bei allen gewerblich-technischen Berufsfeldern gehören auch das Thema Arbeitssicherheit und Unfallverhütung – vor allem im Umgang mit Maschinen – und kaufmännische Grundlagen wie Betriebswirtschaftslehre und Office-Software zum Unterrichtsinhalt.

Die gewonnen Kenntnisse und handwerklichen Fertigkeiten, über die das Abschluss-Zertifikat im Detail Auskunft gibt, kommen den Jugendlichen dann beim nahtlosen Übergang vom Schulabschluss zum Ausbildungsbeginn zugute. „Wir sind sehr froh darüber, unseren Schülerinnen und Schülern ein derartiges Angebot machen zu können," so Hans Reick, Leiter der Gustav-Heinemann-Gesamtschule. „Die Lernwerkstatt ist gerade hier für den Essener Norden eine Initiative mit Vorbildcharakter". Und die soll – so hoffen die Projektinitiatoren – keine einmalige Aktion bleiben.

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