Presse-Information

Nr. 36

12.11.2002

Arbeitsamt und Kath. Hauptschule Steele führen Schülerprojekt durch:

Alte „Donnerbüchse" wird zum neuen Schülerbistro
Historischer Eisenbahnwaggon rollt Donnerstag von Zollverein zum BZB


Wenn am kommenden Donnerstag zwischen 7.00 und 11.00 Uhr ein ziemlich maroder, gut 80 Jahre alter Eisenbahnwaggon seinen Weg von der Zeche Zollverein - quer durch die halbe Stadt - bis hin zum Gelände des Bildungszentrum für das Baugewerbe (BZB) nimmt, deutet zunächst wenig darauf hin, dass es sich hierbei um ein gemeinsames Projekt zwischen einer Essener Hauptschule und dem Arbeitsamt Essen handelt....

Um genau zu sein, handelt es sich „nur" um die erste Etappe eines Projekts, das in dieser Form wohl einmalig sein dürfte: Denn am Ende soll aus der alten „Donnerbüchse", wie der Eisenbahnwaggon aus dieser Zeit genannt wird, ein niegelnagelneues Schülerbistro für die katholische Hauptschule in Essen-Steele entstehen. Und zwar mit tatkräftiger Unterstützung der Schülerinnen und Schüler, die beim erforderlichen Restaurierungsprozess von Anfang an mit anpacken werden und so - „ganz nebenbei" - wertvolle praktische Erfahrungen in diversen Ausbildungsberufen (z.B. Metall, Holz, Elektro, Gas- und Wasser) gewinnen werden.

Thomas Mikoteit, Leiter des Projekts „Schule - Wirtschaft - Arbeitsmarkt" beim Arbeitsamt Essen, erklärt den Hintergrund der ganzen Sache: „Seit 1999 initiieren wir Projekte mit dem Ziel, Schülern möglichst praxisnahe Erfahrungen in verschiedenen Ausbildungsberufen zu vermitteln - um ihnen so bei einer tragfähigen und stabilen Berufswahlentscheidung behilflich zu sein. Auf diese Weise haben wir in Kooperation mit dem Schulamt, mit Essener Schulen sowie der Wirtschaft bereits über 70 Projekte durchgeführt."

Am Donnerstag fällt nun der Startschuss zum spektakulären Projekt „Donnerbüchse": Der für 2900 Euro erworbene historische - aber durch einen Brand nahezu völlig zerstörte - Waggon wird zwischen 7 und 9 Uhr auf dem Gelände der Zeche Zollverein auf einen Schwertransporter der Firma Streif Baulogistik geladen und anschließend zum Bildungszentrum des Baugewerbes in den Westendhof transportiert - gegen 11 Uhr ist die Ankunft des 14 Meter langen und über vier Meter hohen Waggons geplant. Dann wird die Feuerwehr die knapp zehn Tonnen schwere „Donnerbüchse" im Rahmen einer freiwilligen Übung abladen.

Danach schlägt die Stunde der Schüler: Gemeinsam mit ihren Lehrern, den Auszubildenden und Meistern Essener Betriebe, dem Kolping-Bildungswerk, der Kreishandwerkerschaft und dem BZB sowie weiteren einschlägigen Experten wird die Donnerbüchse zu einem Bistro umgebaut, das die Schüler später in Eigenverwaltung führen werden. Projektleiter Thomas Mikoteit: „Im Laufe der nächsten Monate wird der Waggon möglichst originalgetreu wieder hergestellt. Holz-, Elektro-, und Installationsarbeiten müssen durchgeführt werden." Nach der ersten Restaurationsphase auf dem Gelände des BZB wird die Donnerbüchse nochmals auf Reisen gehen - und zwar zur „Endstation" Steeler Marienschule: „Dort werden sich die Schüler um den kompletten Innenausbau kümmern, am Ende des Projektes steht dann das fertige Schülerbistro", erklärt Mikoteit - und freut sich über die Kreativität aller am Projekt Beteiligten: „Es ist schon erstaunlich, was wir da gerade auf die Schiene bringen. Denn ursprünglich stand als Projektidee im Raum, einen Mofaschuppen für den Schulhof zu bauen..."