Gemeinsame Presseerklärung des Arbeitsamtes Essen und des Polizeipräsidiums Essen


Sechs Gymnasiasten lernen den Polizeidienst hautnah kennen:
Polizei lässt sich von Essener 
Schülern über die Schulter blicken


Pilotprojekt von Polizeipräsidium und Arbeitsamt zur Berufswahlvorbereitung



Für sechs angehende Abiturienten stehen ab dem heutigen Montag, 13. Oktober, nicht Mathe und Englisch auf dem Stundenplan, sondern Tatortbesichtigungen, Verkehrsüberwachungen und die Mitarbeit bei erkennungsdienstlichen Maßnahmen. Kurz: Die Essener Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 18 und 20 Jahren lernen im Rahmen eines vierwöchigen Projektpraktikums den Polizeialltag hautnah kennen. 


Dieses, auf Landesebene bislang einmalige, Pilotprojekt dient als Ergänzung der bekannten Schülerbetriebspraktika und geht in Art und Umfang weit über das Spektrum des bisherigen Angebotes hinaus. Aus gutem Grund, wie Einstellungsberater Heiko Müller erklärt: „Gemeinsam mit dem Arbeitsamt wenden wir uns jetzt erstmals zielgerichtet an diejenigen Schüler, die unmittelbar vor ihrer Berufswahlentscheidung stehen und außerdem schon von sich aus starkes Interesse an einer Ausbildung zum Polizeibeamten bekundet haben“, so der Polizeikommissar.

Damit funkt die Kreispolizeibehörde Essen genau auf einer Wellenlänge mit dem Arbeitsamt-Projekt „Schule – Wirtschaft – Arbeitsmarkt“, das von Anfang an in die Planungen mit einbezogen war und die Initialzündung zum Projekt gab. „Nach intensiven Vorgesprächen mit der Polizei wurde ein Konzept erarbeitet, dass den sechs Schülern einen äußerst realitätsnahen Einblick in die Welt des Polizeiberufs vermitteln wird“, sagt „Schule – Wirtschaft“-Projektkoordinator Marc Steinert. „Allerdings werden die Schüler den Polizeialltag lediglich in begleitender Funktion erleben – und nicht etwa integriert“, ergänzt Polizei-Einstellungsberaterin Heike Nachtigall. Im Klartext: In sensiblen Bereichen, beispielsweise Vernehmungen von Verdächtigen, bleiben die Jugendlichen – schon allein aus datenschutzrechtlichen Bestimmungen – außen vor.

Dennoch ist man sich von Seiten der Projektmacher sicher, dass die jeweils zwei Teilnehmer des B.M.V.-Mädchengymnasiums, des Gymnasiums Borbeck und der Gesamtschule Süd am Ende ihres vierwöchigen Intensivpraktikums wissen werden, ob sie für die physisch und psychisch gleichermaßen anspruchsvolle Arbeit wirklich geeignet sind oder nicht. „Genau das ist das Ziel“, erklärt Steinert, „denn tragfähige und stabile Berufswahlentscheidungen lassen sich nun mal am besten durch eigene praktische Erfahrungen treffen – keine noch so aufwändig gemachte Hochglanzbroschüre kann realistischer als ein Projektpraktikum sein.“ 

Auf die zwei Mädchen und vier Jungen, die sich bereits im Vorfeld einem strengen Auswahlverfahren stellen mussten und sich gegen knapp 40 Mitbewerber durchsetzten, wartet in den jeweils vier einwöchigen Blöcken ein straff durchorganisiertes tägliches Achtstunden-Programm – Früh- und Spätschichten inklusive. Auf dem Dienstplan stehen Kennenlernen des Führungs- und Lagedienstes, des Verkehrs- und Erkennungsdienstes, der Bereitschaftpolizei-Hundertschaft , später die Mitarbeit in einer Polizeiinspektion und natürlich auch die sogenannte „Routinearbeit“ – eben alles, was zum Polizeialltag dazugehört: „Die behördeninterne Planungs- und Abstimmungsphase hat fast ein Jahr in Anspruch genommen, da sich ein dermaßen ambitioniertes Projekt nicht mal eben ‚nebenbei’ konzeptionieren lässt“, weiß Müller und verbindet dies mit der Hoffnung, „dass einige der Teilnehmer auch wirklich den Sprung zu uns schaffen werden. Zumal sich dann auch über eine weitere Intensivierung dieser berufswahlvorbereitenden Maßnahme nachdenken ließe...“.


Zum Pressetermin am kommenden Montag, 13. Oktober 2003, ab 14 Uhr, auf dem Gelände des Polizeipräsidiums Essen, Büscherstraße 2 - 6, laden wir Sie hiermit herzlich ein.

Als Ansprechpartner vor Ort stehen zur Verfügung:
Herbert Schenkelberg, Polizeipräsident der Kreispolizeibehörde Essen
Alfred Brede, Sachgebietsleiter Öffentlichkeitsarbeit der Kreispolizeibehörde Essen
Heike Nachtigall, Einstellungsberaterin der Kreispolizeibehörde Essen
Heiko Müller, Praktikumsbetreuer und Einstellungsberater der Kreispolizeibehörde Essen. 
Udo Glantschnig, Direktor Arbeitsamt Essen 
Thomas Mikoteit, Arbeitsamt Essen, Projektleiter „Schule - Wirtschaft - Arbeitsmarkt“
Marc Steinert, Jugendberufshilfe Essen e.V, Projektkoordinator „Schule - Wirtschaft - Arbeitsmarkt“
Sowie die am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler:
Simone Jablowski, Andrea Wolski (B.M.V.-Mädchengymnasium), Mike Kozlowski, Sebastian Welz (Gesamtschule Süd) sowie Simon Batz, Markus Zimmnau (Gymnasium Borbeck).
Ferner die Schulleiter(innen) Schwester Ulrike Michalski (B.M.V.-Mädchengymnasium ), Frau Lachner (Gesamtschule Süd) und Herr Dr. Sykorra (Gymnasium Borbeck). 

Bei Rückfragen:
Pressestelle der Polizei, Gabriele Limpert, Telefon 0201 829 2451
Heiko Müller, Telefon 0201 829 2235
Marc Steinert, Telefon 0201 83 48 434 und 0171 417 8048