Gymnasium
Essen Nord-Ost verwandelte sich in Projektwerkstatt:
GENO-Schulfest am Samstag
krönt
Projektwoche „Licht und Schatten“
Spendenaktion zu Gunsten der
Lebenshilfe Tschernobyl
Mit
großer Spannung fiebert man am Essener Nord-Ost-Gymnasium dem kommenden Samstag
entgegen. Dann nämlich werden im Rahmen eines Schulfestes ab 12.00 Uhr die
Ergebnisse der gerade beendeten Projektwoche vorgestellt, die ganz im Zeichen
des programmatischen Titels „Licht und Schatten“ stand.
Vier Tage verwandelte sich das einzige
städtische Essener Ganztagsgymnasium, an dem knapp 900 Schülerinnen und Schüler
unterrichtet werden, in eine riesige Projektwerkstatt. Statt Mathe, Biologie,
Kunst und Englisch standen beispielsweise Experimente zur Photochemie,
Freilichtmalerei, Graffitikunst aus der römischen Antike, verschiedene
Theateraufführungen sowie ein Streifzug durch 60 Jahre Rock- und Popmusik auf
dem Stundenplan - probiert vom schuleigenen Oberstufenchor.
Knapp ein halbes Jahr dauerten die
Vorbereitungen zur Projektwoche, und über mangelndes Interesse bei der
Themenfindung konnte sich die Planungsgruppe um Studienrat Dr. Michael Koball nicht beklagen: „Die Schüler haben sich mit dem
Thema „Licht und Schatten“ sehr kreativ auseinandergesetzt und waren mit viel
Engagement bei der Sache. Ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig
projektorientiertes Arbeiten im Schulalltag sein kann.“
Eine Erfahrung, die auch Oberstudienrat
Gerhard Meier teilt. Im Rahmen der Neigungsgruppe Fahrradwerkstatt werden am
Nord-Ost-Gymnasium seit zwei Jahren aus alten - meistens schrottreifen -
Drahteseln wieder fahrtüchtige Räder hergerichtet. „So lernen die 16 am Projekt
beteiligten Schüler bereits in der Unterstufe auf spielerische Weise das
Verständnis für technische Zusammenhänge kennen“, sagt der Leiter der
Neigungsgruppe Fahrradwerkstatt, „zudem entwickelt sich schon in jungen Jahren
ein hohes Maß an Sozialkompetenz, da wir die fertigen Fahrräder sozialen und caritativen Einrichtungen zur Verfügung stellen.“
Im Rahmen der Projektwoche werden nun
am Samstag gut 30 fertig restaurierte Drahtesel - darunter auch drei Fahrräder,
die der ehemalige Arbeitsamtdirektor Hans-Gerhard Dohle von der Neuen Arbeit
der Diakonie Essen zu seiner Pensionierung geschenkt bekam - der Lebenshilfe
Tschernobyl feierlich übergeben. Tschernobyl steht nach wie vor für den
atomaren Super-GAU, nachdem im April 1986 ein
Reaktorblock des ukrainischen Atomkraftwerks explodierte. Noch heute leidet die
Gegend unter den Folgen der Katastrofe, noch heute
sind Leid und Armut groß. „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, dass Tschernobyl
nicht in Vergessenheit gerät und wollen dazu beitragen, Not zu lindern“, sagt
Hugo Kaldenkirchen von der Lebenshilfe, „daher ist
der Einsatz der Schule absolut vorbildlich.“
Ein Grund mehr für Schuldirektor Horst Stief, die Projektwoche schon vor der
Abschlussveranstaltung am Samstag als vollen Erfolg zu werten: „Unsere Schüler
haben wichtige und breitgefächerte Erfahrungen in vielen verschiedenen
Themenfeldern sammeln können, haben sich nicht nur mit der strahlenden
Gegenwart sondern auch mit den Schatten der Vergangenheit auseinandergesetzt.
Und wenn wir mit unserer Aktion für Tschernobyl ein wenig Hilfe leisten
konnten, ist das fast schon wie ein kleiner Silberstreif am Horizont...“