Diverse Schulen - Diverse Bäckereien:
Projekt: "Neuproduktentwicklung"




   
Hauptschule a.d. Wächtlerstraße


Bäckerei Holtkamp

Hauptschule an der Beisingstraße


Veröffentlichungen:

Schulzeitschrift "Hauptschule", Schulzentrum Am Stoppenberg, Nr. 53, Dezember 2001 (Seite 21 ff.)

Vor der Entwicklung des STOPPI-SUPER-BRÖTCHENS

Zum Beginn des neuen Jahres werden 20 Mädchen und Jungen unserer Klassen 9 ein Langzeitpraktikum in der Bäckerei Peter beginnen. Ein Interview der HAUPTSCHULE mit Klaus Peter gibt Einblick in diesen Betrieb und in die Absicht des Praktikums.

Vorab einige Informationen zum Betrieb:

Das Familienunternehmen Peter ist eine handwerkliche Essener Bäckerei und Konditorei und besteht in der vierten Generation. Um 1910 wurde der Betrieb als Firma Bernhard Herbold in der Kleinen Hammerstrasse 13 in Essen gegründet und dort bis 1998 betrieben. Zum 01.01.1997 erfolgte die Umgründung der Firma Richard Peter (seit 1968) durch Aufnahme der beiden Söhne Bernd und Klaus Peter zur Peter Backwaren OHG. Mitte März 1998 wurde auf dem "M1-Gewerbepark" in Essen eine neue Backstube in Betrieb genommen. Von die ser neuen Backstube aus werden täglich derzeit 36 Bäckerei-Fachgeschäfte und zahlreiche Wiederverkäufer- kunden mit frischen Backwaren versorgt. Über 80 verschiedene Artikel werden hier produziert, unter anderem 45.000 Brötchen, 7.800 Mischbrötchen, 6.500 süße Brötchen, 4.700 Brote, 3.500 Hefeteilchen.

Hauptschule: Als wir unten am Empfang standen entdeckten wir Jäckchen und Mäntelchen, die kaum einem ihrer Mitarbeiter passen werden; nach der Größe tippen wir auf Kindergarten- oder allenfalls Grundschulkinder.

Herr Peter: Wir haben regelmäßig in unserer Backstube Besuche von Kindergärten und Grundschulen. Wir bieten Kindergeburtstage und Führungen an. Auf diese Weise halten wir den Kontakt zum Kunden. Ebenso arbeiten wir - wie sie wissen - in Projekten mit dem Arbeitsamt zusammen. So qualifizieren wir z. B. "Spätbekehrte" für den Verkauf und schulen sie hier um.

Hauptschule: Wie viele Auszubildende stellen Sie ein?

Herr Peter: In diesem Jahr sind es fünf Auszubildende in der Backstube; damit sind wir in der Produktion gut ausgelastet. Im Verkauf in unseren Geschäften  haben wir ein großes Personaldefizit. Da sind es in diesem Jahr nur zwei. Leider wissen viele nicht, dass wir noch nie solche Möglichkeiten hatten, in diesen Berufen die "höheren Weihen" zu erlangen. Niemand, der heute einen Beruf erlernt, wird ja sein Leben lang in diesem Beruf bleiben; doch hier kann er sich weiterentwickeln. Die Optionen, nach der Ausbildung zur Fachkraft für Bäckerei- und Konditoreiwesen oder zur Bäckerei-Fachverkäuferin Karriere als Filialleiter oder sogar Verkaufsleiter zu machen und damit ins höhere Management als Assistent der Geschäftsführung aufzusteigen, sind enorm.

Hauptschule: Welche Erwartungen haben Sie an einen Auszubildenden?

Herr Peter: Der Hauptschulabschluss sollte mindestens vorhanden sein, mit einem Notenschnitt von Drei. In Einzelfällen sind dazu besonders ausgeprägte praktische Fähigkeiten sehr willkommen. Aber wir werden nie "Nie" sagen und jede einzelne Bewerbung prüfen.

Hauptschule: Welche Fähigkeiten sollten die Auszubildenden mitbringen?

Herr Peter: Wenn Auszubildende scheitern, dann liegt es meist an deren Zuverlässigkeit und an dem Willen, etwas zu lernen. Wir haben nie jemanden gehabt, der durch die praktische Prüfung gefallen ist. Wenn sie es nicht geschafft haben, dann sind sie in der Theorie durchgefallen. Und dort auch nicht, weil sie zu dumm waren, nein, ganz einfach, weil sie zu faul waren, weil ihnen eben der Wille fehlte.

Hauptschule: Gibt es für die Auszubildenden Probleme in der Berufsschule?

Herr Peter: Ja, das ist vielfach so. In der Berufsschule müsste gezielter auf die fachspezifischen Erfordernisse vorbereitet werden: Fachrechnen und Fachkunde, vielleicht auch noch Wirtschaft und Politik sind entscheidende Bereiche für die Ausbildung und das Vorankommen im Beruf.

Hauptschule: Lassen Sie uns bitte über unser gemeinsames Projekt sprechen. Welche Absicht verfolgen Sie damit?

Herr Peter: Wir suchen Nachwuchs für unser Unternehmen. Die künftigen Auszubildenden und der Betrieb können sich im Rahmen solcher Projekte kennen lernen. Dann entwickelt sich bereits eine Basis und jeder weiß, was erwartet und was geleistet wird. Wir vermeiden damit Ausbildungsabbrüche. Doch wie sieht Ihr Plan in der Schule aus?

Hauptschule: Wir stellen uns das so vor, dass die SchülerInnen dienstags um 11.30 Uhr die Schule verlassen, so dass sie ca. um 12 Uhr hier im Betrieb sind. Die übrige Klasse hat dann zur gleiche Zeit zwei Stunden Haus wirtschaft. Schüler und Eltern erklären vorher in einem Vertrag, dass sie bereit sind, in diesem Projekt mitzuarbeiten und falls notwendig Unterrichtsstoffe nachzuarbeiten, die durch das Projekt ausfallen. Dabei kann das Arbeitsende am Tag offen sein. Die Lehrerin, die das Fach Hauswirtschaft erteilt, wird Kontakt zu dieser Gruppe halten, falls nötig über den Beratungslehrer, so dass sie abschließend eine Note in diesem Fach erteilen kann. Was werden die Schüler dann hier tun?

Herr Peter: Die Schüler werden ein völlig neues Produkt in und für diese Bäckerei entwickeln. Dabei ist der Weg das Wichtige, nicht das Produkt. Wenn es ein tolles Ergebnis gibt, das man darstellen und verkaufen kann, umso besser, dann kann man dies auch nach außen zeigen.

Hauptschule:
Also wird hier nun das Stoppi-Super-Brötchen entwickelt!

Herr Peter: Wie auch immer. Das kann nach der Methode "Versuch und Irrtum" relativ schnell gehen, das kann aber auch lange dauern.

Hauptschule: Welche Voraussetzungen sollen die SchülerInnen für dieses Praktikum mitbringen?

Herr Peter: Kenntnisse über Lebensmittel und Lebensmittel-Rohstoffe sollten in der Schule schon vermittelt werden. Sie sollten wissen, welche Lebensmittel es gibt und was man verbacken kann. Dann können sie hier gleich beginnen. Die SchülerInnen sollten also beim ersten Termin bereits Ideen zu diesem neuen Produkt mitbringen.

Hauptschule: Die SchülerInnen werden voraussichtlich ab 15. Januar 2002 hier in der Backstube sein. Wie lange wird das Praktikum dauern?

Herr Peter: Ich habe grob an das Halbjahr bis zum Sommer gedacht. Sollten die SchülerInnen schon eher fertig sein, schließen wir ab. Andernfalls würden wir einen zweiten Durchlauf nach dem nächsten Sommer machen.

Hauptschule: Wie oft haben sie solche Projekte schon durchgeführt?

Herr Peter: Noch nie. Das ist für uns das erste Mal, daher haben wir auch noch keinerlei Erfahrungswerte, wie so etwas gehen kann.
      

Hauptschule: Wir sind gespannt auf den Weg - aber auch auf das Ergebnis und danken für dieses Gespräch.

Das Interview führten: Peter Kothe und Reiner Düchting.

 


Presse-Information

Nr. 5

Essen, 10.3.2002

"Wächtler-Schnitte" oder vielleicht das "Stoppi-Super-Brötchen" gefällig?

Neues Projekt aus der Reihe "Schule - Wirtschaft - Arbeitsamt"

53 Schülerinnen und Schüler von drei Essener Hauptschulen starten derzeit in ein neues und außergewöhnliches Projekt aus der Reihe "Schule - Wirtschaft - Arbeitsamt". Ausgerichtet auf die Wünsche ihrer Zielgruppe werden die Jugendlichen völlig neue Backprodukte entwickeln. Dabei kooperieren die Katholische Hauptschule Stoppenberg mit der Bäckerei Peter, die Hauptschule an der Wächtlerstrasse mit der Vollkornbäckerei Troll und die Hauptschule Beisingstrasse mit der Bäckerei Holtkamp. Die fertigen Produkte sollen dann am 22. Juni an einem Verkaufsstand auf der Limbecker Strasse den Passanten angeboten werden. Die eine Hälfte des Erlöses wird der "Essener Tafel" gespendet, die andere fließt zurück in die Schulen für Anschaffungen, die notwendig sind aber aus dem bestehenden Haushalt nicht finanziert werden könnten. Das Bildungszentrum des Baugewerbes unterstützt diese Aktion durch das Bereitstellen von zwei Verkaufszelten und sorgt für professionelle Werbeschilder.

Die Idee zu diesem Projekt stammt von Bäckermeister Klaus Peter. "Wir suchen Nachwuchs für unser Unternehmen. Die vielleicht künftigen Auszubildenden und der Betrieb können sich auf diese Weise näher kennen lernen. Jeder weiß, was ihn erwartet, dadurch vermeiden wir Ausbildungsabbrüche." Zunächst erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Fertigung und den Verkauf. Darauf aufbauend können sie Ideen für ein neues Produkt entwickeln, dazu eine Werbestrategie entwickeln und sich mit dem Kaufverhalten beschäftigen. Gebacken wird professionell in der Backstube. Über den Verkauf in den Schulen sollen die fertigen Produkte weiterentwickelt werden und letztendlich in den Regalen der Bäckereien landen. Vielleicht erschließt sich ja für die Bäckereien ein neuer Markt: Was möchten die 14- bis 17-jährigen essen? Süß oder herzhaft? Die Jugendlichen sind hochmotiviert. So erwartet die Hauptschule an der Wächtlerstrasse und die Vollkornbäckerei Troll mit Spannung den ersten Biss in die "Wächtler-Schnitte".




WAZ - Nummer 61 - Mittwoch, 13. März 2002

Hauptschüler erfinden das "Blumentopf-Brot"

Neues Projekt soll Jugendlichen bei der Berufswahl helfen

Von Matthias Armborst

Verderben viele Bäcker das Brot? Kann das gutgehen, wenn zehn Schüler zwischen 14 und 17 Jahren in der Backstube anrücken und dort kräftig mitmischen? Es kann - wie eine neue Kooperation von Bäckereien und Hauptschulen beweist.

Zwei bis drei Stunden in der Woche tauschen 50 Jungen und Mädchen von den Hauptschulen Am Stoppenberg, Wächtlerstraße und Beisingstraße den Klassenraum mit der Bachstube oder dem Platz hinter der Kundentheke - und das auch in der Freizeit. Eine deftige "Spinat-Schnitte" und ein etwas eigenwillig geformtes "Blumentopf Brot" sind die ersten Kreationen, die während dieses fünfmonatigen Modellversuchs entstanden sind. Auch die Erkenntnis, dass Erdbeeren nicht mehr so appetitlich aussehen, wenn sie aus dem Backofen kommen, gehört dazu.

Gegenüber dem gewöhnlichen Schulpraktikum bietet das Back-Projekt einige Vorteile: "Man wird nicht von einer Ecke in die andere geschickt, sondern richtig betreut", sind sich Mariam An-Zein (16) und Sabrina Riquier (15) einig. Während des Praktikums hätten sich manche Schüler dagegen "abgestellt und ausgenutzt" gefühlt, berichtet Lehrerin Barbara Schade. Klaus Peter von der gleichnamigen Großbäckerei bezeichnet den Versuch aus der Reihe "Schule - Wirtschaft -Arbeitsmarkt" als "aktive Nachwuchsförderung". Er hofft, in Zukunft den einen oder anderen Bewerber zu bekommen, dem sein Ausbildungsplatz schon vertraut ist und der nicht nach zwei Monaten wieder hinschmeißt. Und auch auf eine andere Weise profitieren die beteiligten Bäckereien Peter, Holtkamp und Troll: "Wir können auf diese Weise testen, was Jugendliche gerne essen", schmunzelt Klaus Peter. Die wenig überraschende Erkenntnis: Süßes ist bei jungen Kunden absolut Trumpf...

Übrigens: Die Schüler verkaufen ihre eigenen Backwaren am 22. Juni auf dem Limbecker Platz - ofenfrisch natürlich.

         Den Teig teilen (im Vordergrund v.l.) Christian Lüttig, Vanessa Paul und Maike Hinz mit ihren Mitschülern von der Kath. Hauptschule Stoppenberg in der Bäckerei Peter. (NRZ-Foto: Oliver Müller)

Das heißt auch, schon mal um fünf Uhr morgens aufzustehen. Für Sabrina Riquier kein Problem. "Das macht nichts", sagt sie. Und es macht auch nichts, wenn die erste Erdbeerschnitte nicht wirklich geschmeckt hat. Mittlerweile hat die 15-jährige Schülerin der Hauptschule Beisingstraße viele Einblicke in den Bäckerberuf bekommen. Ihre Schule kooperiert mit der Bäckerei Holtkamp. Einmal in der Woche setzen sich die 16 Schüler für zwei bis drei Stunden die Bäckermütze auf. Die 16-jährige Mariam Al-Zein kann sich vorstellen "eine Ausbildung in der Bäckerei" zu machen. Mit der Bescheinigung über ihre Projektteilnahme sind ihre Chancen gestiegen. Schließlich hoffen die Unternehmen Nachwuchs zu finden, der nicht die Ausbildung abbricht. Gegenüber den Praktiken haben die Schüler im Projekt feste Aufgaben zu erledigen. "Es ist alles vertrauter als beim Praktikum. Man wird nicht nur hin und her geschickt, sondern richtig betreut, auch von den Lehrern", erklärt Sabrina.

Das Projekt, an dem auch die Bäckerei Peter mit der Katholischen Hauptschule Stoppenberg und die Vollkornbäckerei Troll mit der Hauptschule an der Wächtlerstraße teilnehmen, endet am 22. Juni. Dann verkaufen die Schüler auf dem Limbecker Platz ihre "Wächtler-Schnitten", "Stoppi-Brötchen" und "Beising-Törtchen".


  • Dokumentation der Verkaufsaktion am 22. Juni 2002 auf dem Limbecker Platz und nachfolgende Aktivitäten
                  Presse-Information
Nr. 23

Essen, 20.6.2002

Aus dem Backofen frisch auf die Theke!

Schülerinnen und Schüler eines Projekt aus der Reihe "Schule - Wirtschaft - Arbeitsamt" verkaufen ihre Eigenkreationen auf dem Limbecker Platz für einen guten Zweck

Die Namen der Produkte klingen professionell und verführerisch: "Essener Vanille kiss", "Glücksknochen", "E.T." (Erdbeertaler) oder "Froggy" sind Ergebnisse eines Projektes aus der Reihe "Schule - Wirtschaft - Arbeitsamt". 53 Schülerinnen und Schüler von drei Essener Hauptschulen tauschten seit dem Frühjahr für zwei bis drei Stunden pro Woche den Klassenraum mit der Backstube oder der Verkaufstheke - und das auch in ihrer Freizeit. Sinn und Zweck dieser Kooperation ist es, dass die 14- bis 15-jährigen Mädchen und Jungen möglichst alle Facetten des Bäckerhandwerks kennen lernen. Die selbst kreierten Produkte können sich sehen und schmecken lassen: sie werden am 22. Juni von 10 bis 16 Uhr an einem Stand auf dem Limbecker Platz (zwischen den Kaufhäusern Karstadt und Sinn-Leffers) den Passanten angeboten. Die eine Hälfte des Erlöses wird der "Essener Tafel" gespendet, die andere fließt zurück in die Schulen für Anschaffungen, die notwendig sind aber aus dem bestehenden Haushalt nicht finanziert werden könnten.

Die Bäckereien sehen in diesem Projekt eine aktive Nachwuchsförderung. Man erhofft sich, auf diese Weise Bewerber zu finden, denen der Ausbildungsplatz vertraut ist und die nicht nach zwei oder drei Monaten wieder hinschmeißen. Deshalb war "Selber-Machen" angesagt: Zutaten abwiegen und abschmecken; den richtigen Zeitpunkt erwischen, um das Gebackene aus dem Ofen zu nehmen; den richtigen Zuschnitt üben; im Matheunterricht Kalkulation berechnen; im Kunstunterricht Werbeplakate gestalten; im Deutschunterricht "die richtigen Worte" finden; und, und, und . . . .  Dabei kooperieren die Katholische Hauptschule Stoppenberg mit der Bäckerei Peter, die Hauptschule an der Wächtlerstrasse mit der Vollkornbäckerei Troll und die Hauptschule Beisingstrasse mit der Bäckerei Holtkamp.

Ganz nebenbei können die Bäckereien mit diesem Projekt testen, was Jugendliche gerne Essen. Wen wundert's: Süßes ist bei dieser Altersgruppe absolut "Trumpf".

 

Bilder zur Verkaufsaktion am 22. Juni 2002:

Eine Kreative Backstube auf dem Limbecker Platz

                                  
                                   
                         

Aufbau der Verkaufsstände am Samstagmorgen - Die Zelte wurden vom Bildungszentrum des Baugewerbes, die Verkaufstheken von der Karstadt AG zur Verfügung gestellt.

                               
Der gemeinsame Verkaufsstand der Bäckerei Holtkamp und der Hauptschule an der Beisingstraße.


                  

Das Team der Vollkornbäckerei Troll und der Hauptschule an der Wächtlerstraße.


                 

Die Bäckerei Peter und die Katholische Hauptschule Am Stoppenberg präsentieren ihre Produkte.


                 

Die ersten Kunden werden neugierig und lassen sich von der Qualität der Produkte überzeugen.


              

Das Geschäft belebt sich.

Weihbischof Grave besucht die Stände und informiert sich über das erfolgreiche Projekt.





NRZ - Montag, 24. Juni 2002

Projekt ist eine süße Sache

Essener Vanille Kiss, Glücksknochen und andere leckere Kreationen boten (v.l.) Jenny Preuß, Janine Gorihs, Weihbischof Franz Grave und Vanessa Paul am Samstag auf dem Limbecker Platz an. Es waren die süßen Ergebnisse eines Projektes aus der Reihe "Schule-Wirtschaft-Arbeitsmarkt". 53 Schüler der Katholischen Hauptschule Stoppenberg, der Hauptschule an der Wächtlerstraße und der Hauptschule Beisingstraße haben seit dem Frühjahr für bis zu drei Stunden statt im Klassenzimmer in den Backstuben der Bäckereien Peter, Holtkamp und Troll gelernt und so beim Praktikum ins Berufsleben geschnuppert. Der Erlös vom Samstag kommt je zur Hälfte der Essener Tafel und den Schulen zugute. (NRZ-Foto: Tietz)




      
WAZ - Montag, 24. Juni 2002

Hauptschüler schnuppern in der Backstube

Projekt endet mit Verkaufsaktion

Von Maja Zehrt

Dennis möchte Fußball-Trainer werden. David bewirbt sich als KFZ-Mechaniker. Das Bäckerhandwerk aber will keiner der Neuntklässler der Hauptschule am Stoppenberg lernen: "Man muß sehr früh aufstehen und in der Backstube ist es total heiß", sagt Dennis.

Ein halbes Jahr lang hatten die Jungen Gelegenheit, den Beruf kennenzulernen. 53 Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen Beisingstraße, Stoppenberg und Wächtlerstraße verbrachten zwei Stunden pro Woche in der Backstube oder hinter der Verkaufstheke. Am Projekt beteiligten sich die Bäckereien Holtkamp, Peter und Troll. Das Arbeitsamt initiierte diese Kooperation. Die Jungen und Mädchen entwickelten eigene Produkte, die sie am Samstag auf dem Limbecker Platz verkauften.

                Blumentopfbrot haben die Schüler der Hauptschule Beisingstraße ihre Gebäck-Kreation getauft.                        WAZ-Bild: Frank Vinken

Froggys, E:T., Glücksknochen, Blumentopf-Brot - bei der Namensgebung waren die Schüler genauso kreativ wie bei der Fertigung. "Hauptsache süß, das schmeckt den meisten in unserem Alter", sagte der 15-jährige Dennis. Doch die süßeste Erdbeerschnitte konnte die Schüler nicht davon überzeugen, nach der Schule das Handwerk zu erlernen. Nur eine Schülerin schickt sich an, Bäckerin zu werden. "Sie hat gute Aussichten, bei uns eine Stelle zu bekommen", sagt Stefan Holtkamp. Der Bäckerei-Chef bewertet "das Projekt als absoluten Erfolg - für die Schüler und für  mich." Holtkamp hat Froggy ins Sortiment aufgenommen - die Teigtasche mit Spinatfüllung.

Thomas Mikoteit vom Arbeitsamt: "Es ist auch ein Erfolg, wenn wir einige davon abhalten, den falschen Beruf zu ergreifen. Denn jeder vierte Jugendliche bricht seine Lehre ab."




WAZ - 16. Juli 2002

"E.T." hilft der Essener Tafel

" Essener Vanille-Kiss", E.T. (Erdbeertaler) und Blumentopfbrot boten Hauptschüler im Rahmen eines Bäckereiprojektes Passanten am Limbecker Platz an. Die Hälfte des Erlöses - 447,20 € - erhält die Essener Tafel, die andere Hälfte geht an die Schulen.



NRZ - 16. Juli 2002

Glücksknochen,

Erdbeertaler und das Blumentopfbrot müssen wohl lecker gewesen sein, denn die Schüler, die im Rahmen des Bäckereiprojektes aus der Reihe "Schule-Wirtschaft-Arbeitsmarkt" ihre gebackenen Waren auf dem Limbecker Platz verkauft haben, spendeten 447,20 €, die Hälfte des Gewinns, der Essener Tafel.

     Bild (v. l.): Herr Peter Kothe (Hauptschule am Stoppenberg); Frau Barbara Schade (Hauptschule an der Beisingstraße), Frau Christiane Pokall   (Hauptschule an der Wächtlerstraße), Herr Stefan  Holtkamp (Bäckerei Holtkamp), Frau Gisela Gallon (Essener Tafel), Herr Klaus Peter (Bäckerei Peter), Herr  Matthias Große-Keul (Bildungzentren des Baugewerbes) sowie drei Schüler aus dem Projekt. (Bild: Arbeitsamt Essen)

                                                                                                                                    

Presse-Information

Nr. 26

Essen, 15.7.2002

"Süße Sache" für die Essener Tafel!

Schülerinnen und Schüler des Bäckerei-Projektes
aus der Reihe "Schule - Wirtschaft - Arbeitsamt"
stiften den Erlös aus ihrer Verkaufsaktion für einen guten Zweck

53 Schülerinnen und Schüler von drei Essener Hauptschulen hatten seit dem Frühjahr an einem Projekt aus der Reihe "Schule - Wirtschaft - Arbeitsamt" teilgenommen. Für zwei bis drei Stunden pro Woche tauschten sie den Klassenraum mit der Backstube oder der Verkaufstheke. Ihre selbst entwickelten Produkte, wie der "Essener Vanille kiss", der "Glücksknochen", der "E.T." (Erdbeertaler), der "Froggy" oder das Blumentopfbrot", boten die Jugendlichen am 22. Juni an einem Stand auf dem Limbecker Platz den Passanten an. Bei dieser Verkaufsaktion kamen immerhin 894,40 € in die Kasse. Die eine Hälfte des Erlöses (447,20 €) wurde heute der "Essener Tafel" gespendet. Die andere Hälfte fließt zurück in die Schulen für Anschaffungen, die notwendig sind aber aus dem bestehenden Haushalt nicht finanziert werden könnten.

Sinn und Zweck der Kooperation war es, dass die 14- bis 15-jährigen Mädchen und Jungen möglichst alle Berufsbereiche des Bäckerhandwerks kennen lernen. Bei diesem Projekt kooperierten die Hauptschule Stoppenberg mit der Bäckerei Peter, die Hauptschule an der Wächtlerstrasse mit der Vollkornbäckerei Troll und die Hauptschule an der Beisingstrasse mit der Bäckerei Holtkamp. Jede Schule bestimmte ihr Marketing, das heißt die Produkt- und Preisgestaltung selbständig. Die Bäckereien stellten kostenlos die Backzutaten zur Verfügung.

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