Kath. Hauptschule am Stoppenberg - Bilfinger + Berger Bau AG - ABZ Essen:
Projekt: "Kaninchenstall"




Ausbildungszentren der Bauindustrie


Das Projekt "Kaninchenstall" wurde gemeinsam von der Katholischen Hauptschule am Stoppenberg, der Firma Bilfinger + Berger, dem Ausbildungszentrum der Bauindustrie Essen und dem Arbeitsamt Essen realisiert. Weihbischof Franz Grave stellte die feierliche Einweihung am 08. Juni 2000 unter das Motto "Es geht", und formulierte als Ziel aller zukünftiger Projekte von Schule - Wirtschaft - Arbeitsmarkt: "Dieser Ansatz soll den Weg von der Schule in den Beruf ebnen". 

Besonders wichtig waren vor allem die praktischen Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler im Rahmen dieses Projekts in den verschiedenen Bauberufen gewinnen konnten – eine echte Entscheidungshilfe bei der Berufswahl und zugleich Prävention gegen Ausbildungsabbrüche. Ein wichtiger Nebenaspekt: Auch die Betreuung der Kaninchen am Wochenende und in den Ferien fördert die Herausbildung von Schlüssel qualifikationen wie Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Teamarbeit, soziale Kompetenz.

Dieses Projekt war der erfolgreiche Probelauf für das weitaus größere Projekt "Gemeinsam ein Haus bauen".



Presseveröffentlichungen:

NRZ Nr. 133 - Freitag, 9. Juni 2000

Wie ein Kaninchenstall zur Arbeitswelt wurde
Ausbildungsinitiative besichtigt Schulprojekt

Es begann mit einem Gang übers Schulgelände. Fachlehrer Karl-Heinz Pütz und elf Schüler der Hauptschule Stoppenberg suchten sich ihr "Objekt". Denn die Technikgruppe wollte die fürs zehnte Schuljahr vorgeschriebenen drei Stunden Praxis pro Woche nicht einfach damit verbringen, "etwas zu basteln, das danach wieder weggeschmissen wird", so Ramona. Jedenfalls, man entdeckte den schuleigenen Kaninchenstall, der - so die Schülerin - "kaputt und dreckig" war. Das war zu Anfang des Schuljahres, jetzt steht ein neuer Stall da.

Gestern wurde dann das Objekt von Vertretern der Ausbildungsinitiative Ruhr besichtigt. An der Initiative sind unter anderem das Arbeitsamt, die Industrie- und Handelskammer und beide großen Kirchen beteiligt, gemeinsames Ziel: "Den Weg von der Schule in den Beruf ebnen", wie es Weihbischof Franz Grawe gestern ausdrückte. Und Frank Neukirchen-Füsers vom Arbeitsamt ergänzte, man wolle nicht allein bei Unternehmen Klinken putzen, um neue Lehrstellen zu werben, sondern auch "positive Beispiele zum Thema Ausbildung vorstellen" - etwa Betriebe mit besonders vielen Auszubildenden oder Projekte, die durch die gute Zusammenarbeit von Unternehmen und Schulen möglich wurden. Und ein solches war eben der Kaninchenstall, besser: eine Entstehungsgeschichte.

Weihbischof Grawe stieg gestern den Bauherren des Kaninchenstalls aufs Dach, um das ungewöhnliche Schulprojekt zu begutachten. Fachlehrer Karl-Heinz Pütz (knieend),seine Schüler und die Azubis von Bilfinger und Berger warten schon oben. NRZ-Foto: Tietz 


Es sollte zwar kein Riesenbau werden, denn - so Karl-Heinz Pütz - "es hilft nichts, die Schüler zu überfordern", aber: "Für das Projekt brauchte ich Unterstützung". Das Arbeitsamt vermittelte - und die Baufirma Bilfinger und Berger half mit, indem sie einige ihrer Auszubildenden regelmäßig nach Stoppenberg schickte. Dort halfen die Azubis den Schülern dann zum Beispiel die Platten zu legen und das Dach für den Stall zu bauen. Dabei sei es - so Pütz - weniger ums Handwerk als um einen Blick in die Arbeitswelt gegangen. Die Schüler sollten lernen, wie man im Team arbeitet und erkennen, dass der Erfolg Planung und ein Stück Disziplin erfordert, "dass man nicht einfach so was hinbauen kann". Kein Wunder, dass sie oft mehr als drei Stunden pro Woche werkelten. "Manchmal haben wir den ganzen Tag gearbeitet", sagt Christian. Und wenn es mitunter auch "ziemlich hart" war, das Ergebnis versöhnte. Oder wie Sebastian sagt: "Wenn ich in fünf Jahren mal vorbeischaue, kann ich sagen: Da hab ich mitgemacht." WO




WAZ - Freitag, 9. Juni 2000


Schüler trainieren für das Berufsleben
Ausbildungsinitiative in Stoppenberg

"Es geht" - diese Feststellung machten Weihbischof Franz Grawe und Arbeitsamtsdirektor Hans Gerhard Dohle bei ihrem Besuch im Schulzentrum Am Stoppenberg. Im Rahmen der Ausbildungsinitiative Ruhr üben Schüler hier für das Berufsleben. "Wir müssen weg von der Null-Bock-Mentalität", sagt Reiner Düchting. Der Schulleiter der Hauptschule im Schulzentrum Am Stoppenberg will bei seinen Schülern die Ausbildungsbereitschaft wecken.

Zu diesem Zweck hat er sich der Ausbildungsinitiative Ruhr angeschlossen, die Weihbischof Franz Grawe als Netzwerk zwischen Schule, Handwerk, Industrie und Elternschaft bezeichnet. Ziel der Initiative sei es, den Schülern den Weg von der Schule in den Beruf zu erleichtern. Mit Erfolg, wie Arbeitsamtsdirektor Hans Gerhard Dohle bestätigt. Neben Düsseldorf hat Essen die positivsten Zahlen bei der Jugendarbeitslosigkeit.

Die Hauptschule in Stoppenberg setzt auf Motivation. Im Technikunterricht realisieren die Schüler jetzt Projekte, die sie vorher ausgetüftelt haben. Fast fertig ist bereits der neue Kaninchenstall. Etwa drei Wochen standen den Schülern bei ihren Bauarbeiten Auszubildende des Unternehmens Bilfinger und Berger zur Seite. "Es war eine gute Erfahrung, anderen schon etwas beibringen zu können", sagt der 18-jährige Omar, seit einem Jahr Azubi. Auch er und sein Kollege profitieren von der Aufgabe. An der Stoppenberger Hauptschule bauen sie etwas Beständiges. Was sonst im Ausbildungszentrum entsteht, ist nur zum Üben und wird bald wieder eingerissen. "Bei dem Projekt haben wir viel für das Berufsleben gelernt", sagt Schülerin Ramona. "Jetzt wissen wir, was Teamarbeit bedeutet und haben keine Angst mehr vor dem Berufsstart", fügt Sebastian hinzu. Die Hauptschule am Stoppenberg stand zum ersten Mal auf dem Tourprogramm der Ausbildungsinitiative Ruhr. "Aber nicht zum letzten Mal", sind sich Schulleiter Düchting und Weihbischof Grawe einig.
      kab

                                                                                                                            » zurück