Geschwister Scholl-/ Dinnendahl-/
Goldschmidt-Realschulen - Goldschmidt AG:
Projekt: "Chemie zum anfassen"
|
|
| Nach dem Motto: "Chemie zum Anfassen" wird den Schülerinnen und Schüler der Unterrichtsstoff im Fach Chemie sehr praxisnah vermittelt. 10 Schüler aus jeder Schule sind beteiligt und arbeiten in zwei Gruppen zu je 15 Schülern jeweils ein Schulhalbjahr im Technikum und im Chemielabor zusammen. Darüber hinaus lernen sie das Unternehmen kennen, sie wissen genau, was sie in den Ausbildungsberufen und später im Arbeitsleben erwartet - die Grundlage für eine tragfähige Entscheidung bei der Berufswahl. Im Rahmen des Projektes arbeiten die Schüler eng mit den Auszubildenden der Goldschmidt AG zusammen, gleiches gilt für Lehrer und Ausbilder. Presseveröffentlichungen Personal Direkt - Das Magazin für Personalservice im Raum Essen - Nr. 6, Oktober 2000 Goldschmidt und der Chemie-Crashkurs Gemeinsame Projekte führen zum Ausbildungsberuf Jahr für Jahr das gleiche Bild auf dem Ausbildungsmarkt: Die Mädchen wollen Kauffrau werden oder zur Bank. Ihre männlichen Kollegen wünschen sich nichts sehnlicher, als an Autos zu schrauben. Die Jobs in diesen Bereich sind heiß begehrt. Viele andere Berufe fristen dagegen ein Schattendasein - nicht zuletzt, weil sie einfach unbekannt sind. Chemie-AG in der Schule Mit diesem Problem hat auch die Essener Goldschmidt AG zu kämpfen. Das Chemieunternehmen sucht nach jungen Menschen, die sich zum Chemielaboranten oder Chemikanten ausbilden lassen wollen. "Wir konnten im letzten Jahr nur mit viel Glück alle Stellen besetzen", sagt Ausbildungsleiter Jörg Kleemann. Weil man sich aber auf das Glück generell nicht verlassen sollte, ging das Chemie-Unternehmen eine Partnerschaft ein: Gemeinsam mit der Geschwister-Scholl-Realschule wurde eine "Chemie-AG" aus der Taufe gehoben. Das Ziel dahinter ist klar: "Potenziellen Nachwuchs für das nächste Ausbildungsjahr gewinnen." Doch Interesse und Nutzen sind nicht nur einseitig, auch die Schüler, die zumeist aus der 9. Klasse kommen, profitieren davon. "Wenn sie das Praktikum gemacht haben, wissen sie zumindest schon, ob der Beruf später was für sie wäre oder nicht", so Kleemann. Enttäuschungen mitten in der Lehre seien damit weitgehend ausgeschlossen. Das Experiment hat sogar schon Erfolge gezeigt: "Von der Pilot-Gruppe haben sich einige bei uns beworben." Und deren Chancen, macht Kleemann Mut, ständen sehr gut. "Die kennen den Betrieb, wissen was sie erwartet und haben keine Kontaktscheu mehr." Die Lehrerin ist dabei Um der Arbeitsgemeinschaft neben dem praktischen auch den schulischen Rückhalt zu geben, sind engagierte Lehrer notwendig. Susan Eva Hesse, die das Fach Chemie an der Geschwister-Scholl-Realschule unterrichtet, zählt dazu. Sie begleitet ihre Schüler einmal pro Woche für zwei Unterrichtsstunden quer durch die Stadt, um ihnen dann 90 Minuten lang Chemie von der praktischen Seite zu vermitteln. Das Schöne daran: "Ich lerne selbst noch jede Menge, weil ich auch noch nie in einer Chemiefabrik gearbeitet habe." Die Reaktion ihrer Schüler sieht sie äußerst positiv: "Da ist viel Engagement dabei, die finden das richtig spannend." Zustimmung kommt auch von Seiten des Unternehmens: "Das war eine richtig tolle Truppe", lobt Jörg Kleemann. Bis ein solch positives Fazit gezogen werden kann, bedarf es jedoch erst einmal jeder Menge Vorbereitung. Susan Eva Hesse erarbeitet deshalb gemeinsam mit den Goldschmidt-Ausbildern einen Stundenplan für den Chemie-Crashkurs. Lange Versuchsreihen im Labor stehen ebenso auf dem Programm wie das "Technikum", das Einblicke in die Produktionsabläufe geben soll. Vor falschen Vorstellungen warnt Jörg Kleemann jedoch: " Wenn die Schüler fragen, ob auch mal was explodiert, sage ich, dass wir das lieber nicht wollen." Denn Chemie im Alltag sei nun mal eher unspektakulär. Um die Jungen und Mädchen trotzdem bei Laune zu halten, lässt man sich einiges einfallen: "Sie können zum Beispiel ihre eigene Waschlotion mischen und dann mit nach Hause nehmen." Chemie zum Anfassen, das zieht als Werbemaßnahme. Neuer Lehrplan Aus der Partnerschaft mit dem Essener Traditionsunternehmen heraus hat die Scholl-Realschule jetzt sogar den Lehrplan umgestaltet: Schüler der achten Klasse können ab diesem Schuljahr das Schwerpunktfach Chemie wählen. Und das beinhaltet dann ein Jahr später, wie sollte es auch anders sein, die praktische Phase bei Goldschmidt. "Die Schulleitung war hier sehr flexibel", lobt Lehrerin Hesse. Sie könne sich vorstellen, das weiter zu betreuen. Von ihren Erfahrungen überzeugt, haben sich zwei weitere Schulen dem Projekt angeschlossen: Die Franz-Dinnendahl-Realschule und - der Name legt es nahe - die Goldschmidt-Schule Beim Essener Arbeitsamt beobachtet man die Kooperation von Schulen und Wirtschaft erfreut und alles andere als unbeteiligt: Schließlich ist hier die Grundlage geschaffen worden: ein Netzwerk, das Kontakte vermittelt und in Person von Dirk Kotthagen beim Schulamt eine zentrale Anlaufstelle hat. "Mir ist nicht bekannt, dass es etwas Vergleichbares gibt", schätzt Thomas Mikoteit. 30 vergleichbare Projekte wurden innerhalb eines guten Jahres angestoßen. Ausstellung im Arbeitsamt Und weil eine erfolgreiche Idee ruhig nachgeahmt werden darf, hat das Arbeitsamt eine Ausstellung organisiert. Am 26. (8 - 18 Uhr) und 27. Oktober (8 - 13.30 Uhr) zeigen zwölf neue Essener Projekte in dem Gebäude am Berliner Platz, wie vielseitig die Kooperationsfelder zwischen Unterricht und Unternehmen sein können. Nicht nur schauen, sondern auch anfassen und mitmachen ist angesagt. "Man kann sein eigenes Stück Aluminium gießen, eine Mauer hochziehen oder eine Holzbank bauen", umreißt Thomas Mikoteit die Bandbreite. Mit dabei sind übrigens auch die von Goldschmidt. Und hoffentlich jede Menge Schüler. |