Hauptschule Eiberg - Wisthoff GmbH:
Projekt: "Aus Sand wird Glas"





Hauptschule Eiberg


Projektskizze:

„Aus Sand wird Glas" – Glasfertigung von A bis Z.

Am Projekt beteiligen sich sechs Schüler der Hauptschule Eiberg (Mindestalter 16 Jahre), die in einem Projektzeitraum von vier Wochen an 14 Arbeitstagen den Produktionsprozess in der Glashütte Wisthoff kennen lernen. Der Arbeitstag beginnt um 08.00 Uhr und endet um 14.00 Uhr. Die notwendige Arbeitskleidung und persönliche Schutzausstattung wird den Schülern von Wisthoff gestellt.

Die Schüler durchlaufen sämtliche Stationen, so wie sie auch unter realen Bedingungen im Ausbildungsberuf „Verfahrensmechaniker Glastechnik" vermittelt werden.

Der konkrete Ablauf des Projektes stellt sich wie folgt dar:


Einführungsveranstaltung:
Termin mit der Schülergruppe in der Glashütte Wisthoff. Präsentation des Betriebes mittels Videofilm, anschließend Sicherheitsunterweisung und Betriebsbesichtigung.

1. Arbeitsblock: Gemengeherstellung
- Grundlagen der Gemengeherstellung
- Einblick in das Steuersystem der Messwarte (Glasschmelzprozess)
- Erklärung von Arbeitswanne und Feeder


2. Arbeitsblock: Betriebsinstandhaltung
Sicherung des Produktionsablaufes durch alle erforderlichen Wartungsarbeiten wie Luftversorgung der
Maschinen, Wartung der Förderbandstraßen sowie der Glasschmelzwannen


3. Arbeitsblock: Maschineninstandhaltung
- Umbau und Umrüstung der Maschinen auf verschiedene Produktionsartikel
- Wartung und Reparatur der Maschinen und deren Ersatzteile


4. Arbeitsblock: Formenwerkstatt
- Kontrolle der anstehenden Produktionsartikel und Festlegung der der auszuführenden Arbeiten
- Aufarbeitung und gegebenenfalls Änderung von Formen durch drehen, fräsen und feilen
- Stichprobenkontrolle der aufgearbeiteten Formen und Weitergabe des kompletten Satzes an die
Produktion


5. Arbeitsblock: Produktion der Glasbehälter
- Bedienung und Überwachung der IS-Maschinen
- Artikelherstellung unter realistischen Arbeitsbedingungen
- Prüfen der Qualität durch Messungen an den Artikeln


6. Arbeitsblock: Kaltendwerkstatt
- Einstellung und Umbau von Prüfgeräten und Bandanlagen auf die jeweiligen Produktionsartikel
- Wartung und Reparatur von Prüfgeräten und Bandanlagen
- Einstellung der Heiß-, Kalt-, und Innenvergütung


7. Arbeitsblock: Qualitätssicherung
Überprüfung/Kontrolle des fertigen Produktes durch verschiedene Messungen zur Qualitätseinhaltung.

Auftaktveranstaltung mit den Schülern am 06. März 2003

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Zum Auftakt des Projektes erklärt Betriebsrat Rochholz den Schülern den Projektverlauf und die einzelnen Arbeitsstationen.
Erste Station bei der anschließenden Betriebsbesichtigung war die Steuerungswarte
der Glashütte Wisthoff.

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Die Glasschmelze und der Produktionsprozess - ein heißer, spannender und sehr schneller Vorgang.



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Die fertigen, noch glühendheißen, Flaschen werden über ein Transportband zur nächsten Station befördert.



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Nach der Qualitätskontrolle werden die - natürlich erkalteten - Glasprodukte verpackt.






Pressetermin am 25. März 2003

Presseinfo des Arbeitsamtes Essen


WAZ - Nummer 72, Mittwoch, 26. März 2003

Jugendliche testen Arbeitsleben in der Glashütte Wisthoff
Projekt "Aus Sand wird Glas" gibt Hauptschülern die Chance, Berufe hautnah kennen zu lernen - Firma hofft auf qualifizierten Nachwuchs

 

                                         
Das flüssige Glas glüht: Die Anlage begutachten 
Praktikant David Kresimon, Heinz-Werner Masek,
stellv. Betriebsratsvorsitzender.
Fläschchen für Infusionen müssen keimfrei sein.


Von Liliane Zuuring

Die Trittgeräusche der Arbeitsschuhe auf den Metalltreppen verschluckt der Maschinenlärm. Kleine Kümmerling-Flaschen ziehen auf einem Fließband an Waldemar vorbei. Der Praktikant bei der Glashütte Wisthoff greift sich mit einer Zange eine, hält sie prüfend hoch.


Ohrstöpsel sind Pflicht. 35 Grad heiß ist es in der Halle. Normalerweise würde Waldemar jetzt im kühlen Zimmer der neunten Klasse der Hauptschule Eiberg seine Schulbücher wälzen - wenn er nicht am Projekt "Aus Sand wird Glas" teilnehmen würde. Sechs Schüler und ein Jugendlicher der Kreishandwerkerschaft durchlaufen in vier Wochen alle Abteilungen des Betriebs, packen mit an. Das gefällt Waldemar. Sich "die Fachbegriffe zu merken", fiel ihm dagegen anfangs schwer. Jetzt führt er mühelos an Maschinen vorbei:" Hier ist die Gemengeherstellung. Sand, Soda, Kalk werden vermischt." 60 Prozent der in Steele produzierten Glasbehältnisse sind für die pharmazeutische Industrie, 20 Prozent für die Kosmetikbranche wie Puma-Parfüm-Flaschen, und 20 Prozent machen Fläschchen für Kleinspirituosen aus. Auch Pelikan-Tintenfäßchen laufen vom Band. Rot glühend und zischend schießt das flüssige Glas aus der ersten Etage in die Vorformen, wird dann ausgeblasen: 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Dimitrijs Schutzbrille baumelt lose um den Hals. Er trägt einen blauen Arbeitsanzug mit dem grünen Firmen-Logo "Wisthoff seit 1723". Sicheren Schritts findet er seinen Weg zwischen Schläuchen, Rohren und stampfenden Robotern hindurch zu seinem heutigen Arbeitsplatz: Qualitätsprüfung. Dimitrij wiegt die Flaschen und guckt genau hin: "Ist das Glas unregelmäßig oder dreckig, muss die Form ausgewechselt werden." David gefällt der "abwechslungsreiche Bereich Betriebsinstandhaltung gut."


Da kommt Kümmerling rein. David prüft bei Wisthoff gerade die Qualität des Glases. WAZ-Bilder (3):  Daniel Roth/FAR

Die Glashütte Wisthoff beschäftigt 350 Mitarbeiter, hat gerade in zwei neue Glasschmelzöfen investiert. Bis zu 20 Auszubildende arbeiten in acht gewerblich-technischen Berufen oder im kaufmännischen Bereich. Aber: "Wir haben Probleme, qualifizierten Nachwuchs zu finden", so Personalleiterin Annegret Knuth. Für die Glasproduktion begeistern möchte das Unternehmen junge Menschen. Der Vorteil für die Praktikanten: "Jeder vierte Jugendliche bricht seine Ausbildung ab. Hier erleben sie vorher hautnah, was auf sie zukommt", so Marc Steinert, Jugendberufshilfe Essen e.V., Koordinator des Projektes "Schule-Wirtschaft-Arbeitsmarkt". Dafür sucht er noch weitere Firmen. David jedenfalls möchte gerne eine Ausbildung bei Wisthoff beginnen. Und Dimitrij weiß jetzt, dass er "Abitur machen will".

NRZ - Nummer 73, Donnerstag, 27. März 2003

Praktikum für Neuntklässler: Aus der Schule in die Glashütte

Dimitrij (v. l.), Ramin, David, Carson, Görkan, Kevin und Waldemar haben für vier Wochen die Schulbank mit der Werkhalle getauscht. In der Reihe "Schule-Wirtschaft-Arbeitsmarkt" des Arbeitsamtes sammeln die Neuntklässler der Hauptschule Eiberg jetzt praktische Erfahrungen in der Steeler Glashütte Wisthoff. Das Ziel: Schüler sollen sich vor der Ausbildung ein konkretes Bild von ihrem möglicherweise zukünftigen Beruf machen. Derzeit bricht jeder vierte Jugendliche seine Lehre ab. Der Einsatz bei Wisthoff ist nach Angaben des Arbeitsamtes eins von über 80 Projekten, die schon initiiert wurden. (NRZ-Foto: Tietz)



Die Schüler im Einsatz
 
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Die gesamte Schülergruppe, zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden Markus Rocholz (re.), Schulleiter Herrn Schüngel (li.) und dem Ausbilder Herrn Kastner (3. v. l.).

Die Schüler lernen die verschiedenen Bereiche der Produktion kennen - hier: die gerade gefertigten und noch glühenden Glasflaschen werden zur weiteren Bearbeitung transportiert.

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  Ausbilder Herr Kastner erklärt den Projektteilnehmern die Grundlagen des Glasherstellungsprozesses.

 
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            Das fertige Produkt muss qualitativ einwandfrei sein - Qualitätssicherung wird groß geschrieben.

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