Das Projekt:
Schule – Wirtschaft – Arbeitsmarkt

Der Startschuss zur Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit Essen und dem Schulamt für die Stadt Essen, die damit als Initiatoren des Projekts „Schule – Wirtschaft – Arbeitsmarkt" fungieren, fiel im Jahre 1998. Das Ziel des Projektes „Schule – Wirtschaft – Arbeitsmarkt“ besteht darin, neue Wege in der Berufswahlorientierung einzuschlagen, in dem Verbindungen zwischen Schulen und Unternehmen geknüpft werden. Dies geschieht in der Praxis durch die gemeinsame Planung von Schülerprojekten. 

Betriebe, Unternehmen und Institutionen stellen ihr Know-How, Mitarbeiter und Auszubildende zur Verfügung, um dann gemeinsam mit Lehrern und Schülern ein zuvor bereits fest umrissenes Projekt zu realisieren.  Es existieren inzwischen gut 90 Partnerschaften zwischen Essener Unternehmen und Schulen. Die Aufgabe des Projektleiters Thomas Mikoteit (Agentur für Arbeit Essen) und dem Projektkoordinator Marc Steinert (Jugendhilfe Essen) besteht darin, Kontakte zwischen den Kooperationspartnern herzustellen, die Projektentwicklung zu begleiten und mit dem Schulamt, der Arbeitsagentur sowie den Vertretern der Wirtschaft abzustimmen. 

Von den Projekten profitieren Schulen und Unternehmen gleichermaßen: Die Schülerinnen und Schüler machen aktive Erfahrungen mit dem Berufs- und Ausbildungsalltag und können dadurch fundierte Berufswahlentscheidungen treffen. Das Risiko eines Ausbildungsabbruchs sinkt erheblich. Zudem werden Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Teamfähigkeit gefördert. Betriebe haben die Möglichkeit, notwendige Anforderungen an zukünftige Auszubildende frühzeitig in die Schulen zu transportieren. Ferner eröffnen sich Möglichkeiten der Nachwuchsgewinnung in Berufen, deren Lehrstellen nur schwer zu besetzen sind, weil der Beruf bei Jugendlichen entweder nicht so bekannt ist - oder einfach Vorbehalte seitens der Schüler bestehen. 

Arbeitgeber vom Handwerk über die Industrie bis hin zu den "Neuen Berufen" gewähren aktive Einblicke in den Arbeitsalltag, und die Schulen begleiten diese Projekte durch Engagement der Lehrer und flexible Lehrpläne. Dieser Weg kann die Bewerbungschancen deutlich verbessern, die Quote der Ausbildungsabbrüche reduzieren und neues Interesse für schwer zu besetzende Ausbildungsstellen wecken. 



Die Problemfelder: 

1.) Besetzung der Ausbildungsstellen mit geeigneten Bewerbern: 
Betriebe und Unternehmen sehen Defizite im Bereich der sog. Schlüsselqualifikationen, wie Sorgfalt, Pünktlichkeit, Teamarbeit und sozialer Kompetenz sowie fehlende Grundkenntnisse z.B. in Deutsch und Mathematik. 

2.) Ausschöpfung des vorhandenen Ausbildungsstellenangebotes in Essen: 
In den letzten fünf Jahren konnten durchschnittlich 184 Ausbildungsstellen zum 30.09. eines Jahres in der Stadt Essen nicht besetzt werden. Viele Berufsbilder sind bei Schülern und Eltern unbekannt, oder es bestehen Vorbehalte. 

3.) Ausbildungsabbrüche: 
Bundesweit jeder fünfte Jugendliche bricht seine Ausbildung vorzeitig – zumeist in der Probezeit – ab. In NRW hat jeder vierte Jugendliche die Ausbildung vorzeitig beendet (32.800 von 127.000 Ausbildungsverträgen wurden aufgelöst).


Die Projektziele: 

Förderung von Schlüsselqualifikationen über die Durchführung von Unterrichtsprojekten mit aktiver Beteiligung der Schülerinnen und Schüler.

Fundierte Berufswahlentscheidung der Schülerinnen und Schüler durch praktische Erfahrungen (Erfahrungslernen). 

Deutliche Verbesserung der Bewerbungschancen. 

Ausschöpfung des vorhandenen Ausbildungsstellenangebotes bzw. Abbau von Vorbehalten gegenüber bestimmten Berufbildern.

Einbindung von Zukunftsbranchen und neuen Technologien

Aufbau eines Projektnetzwerkes bzw. von Lernverbünden.  


Die Projekt-Umsetzung: 

Die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Projekte wird stets von allen Partnern gemeinsam festgelegt - dabei stehen immer folgende Kernfragen im Vordergrund:

Was für ein Projekt soll durchgeführt werden? 

Welchen Umfang hat das Projekt? 

Wie lange soll es laufen? 

An welchem Ort wird es durchgeführt? 

Wer übernimmt welche Aufgaben? 

Welche Aufgaben können die Schüler übernehmen? 

Welche Berufsbilder sind vermittelbar?


Sind Sie neugierig geworden ? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Projektbeschreibungen - dort erhalten Sie einen detaillierten Einblick in die praktische Umsetzung.

                                                                                                                     » zurück