2000 - "Wir erarbeiten unsere Zukunft"


2. Ausstellung der Projekte Schule - Wirtschaft im Arbeitsamt Essen


Die erste Ausstellung Schule-Wirtschaft im Jahre 1999 war mit über 1500 Besuchern ein großer Erfolg. Da lag es nahe, diese Form der Präsentation von zukunftsweisenden Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben auch im Jahre 2000 fortzusetzen. Vorgestellt wurden 12 der neuen Projekte, die seit der letzten Ausstellung entstanden sind. Anders als im Vorjahr waren die Stände so konzipiert, daß alle Besucher aktiv mitarbeiten konnten und so einen ledendigen Einblick in die Projektarbeit erhalten haben. Auch bei dieser 2. Ausstellung "brummte der Laden wieder richtig" ( Zitat: Arbeitsamtsdirektor H. G. Dohle), denn es kamen an den zwei Tagen wiederum über 1500 Besucher ins Arbeitsamt.

Wie bedeutsam die Ausstellung für Kontakte zwischen Schulen und Unternehmen ist, zeigt das Beispiel der Mercedes-Lueg GmbH und der Gesamtschule Bockmühle: Nachdem die Bockmühler sich schon im letzten Jahr präsentiert hatten und Mercedes-Lueg als Besucher zugegen war, ging man spontan aufeinander zu. Das Ergebnis: Eine neue Kooperation zwischen Schule und Betrieb - die Schüler können jetzt die Lehrwerkstätten von Lueg nutzen und lernen dort im Rahmen eines Projektes Schweißen, Bohren und Grundlagen der Kfz-Mechanik. Im Gegenzug hofft die Firma Lueg qualifizierte Bewerber für die angebotenen Ausbildungsstellen zu finden.


Gemeinsame Presseinformation des Arbeitsamtes Essen und der Stadt Essen 
Ausstellungsplakat
Highlights der Ausstellung 2000


Pressespiegel 

NRZ vom 24.10.2000

Unternehmen gehen öfter in die Schule
Kooperationen werden immer häufiger


Von STEPHAN HERMSEN

Schule und Wirtschaftsunternehmen in Essen gehen mehr aufeinander zu. Bereits 30 Projekte zwischen Klassenzimmer und Lehrwerkstatt sind eatbliert: Die Unternehmen lernen rechtzeitig interessierte künftige Lehrlinge kennen, und die Schüler erfahren die Arbeitswirklichkeit schon zu Schulzeiten - ein NRW-weit einzigartiges Projekt, für das Beteiligte schon die Formulierung vom "zweiten Essener Konsens" wählen.

"Wir haben ins Schwarze getroffen" freut sich Arbeitsamtsdirektor Gerhard Dohle über die Resonanz: Für die Projektausstellung im Arbeitsamt am Donnerstag und Freitag gibt es schon 1000 Anmeldungen - vor allem von Schülern der 9. Klassen - eine Menge angesichts einer Jahrgangsstärke von rund 5500 Schülern. Von Unternehmensseite, so Arbeitsamt und Schulverwaltung, würde man sich mehr Engagement wünschen. Dennoch zieht Dohle nach einem Jahr erfreuliche Bilanz: "Das Projekt ist zum Selbstläufer geworden". 

Immer mehr Unternehmen und Schulen gehen diesen etwas anderen Weg zum Ausbildungsberuf, der unter dem programmatischen Titel "Wir erarbeiten unsere Zukunft" präsentiert wird - alle Schulformen sind beteiligt, auf Firmenseite sind vor allem größere Unternehmen im Boot: Aluminium Essen, RWE, Mercedes-Lueg, Goldschmidt und Sutter zum Beispiel. Die alte Frontstellung zwischen Schule und Wirtschaft - hier wird sie beerdigt, so das einmütige Resümee der Beteiligten, die vor einem Jahr die Brückenschläge einleiteten. Wobei man unterstellen darf, dass das Projekt deshalb gut läuft, weil beide Seiten ein gesundes Eigeninteresse haben: Die Schulen können ihren Abgängern besser zu Lehrstellen verhelfen, die Firmen bekommen interessierte Azubis. So dass nicht, wie bislang, jede vierte Lehre in Essen abgebrochen wird.


Wenn Goldschmidt beispielsweise die Chemie-Arbeitsgemeinschaften dreier Realschulen in die Firma holt, dann, so Jörg Kleemann, Leiter Aus- und Weiterbildung, "geht es darum, für unbekannte Ausbildungsberufe wie den Chemikanten qualifizierte Kräfte zu bekommen - und wir hoffen auf einen Imagegewinn bei Schülern, Lehrern und Angehörigen". Das Essener Schulamt ist die Schaltstelle für die Kooperationen: Hier werden die Unternehmen zusammengebracht, wobei das Interesse der Schulen größer ist als das der Industrie - noch. 

Mit sinkenden Schülerzahlen könnte in einigen Jahren der Trend kippen, so Schuldezernent Oliver Scheytt. Wer da rechtzeitig im Klassenzimmer Präsenz zeigt, hat Vorteile. Weiter auf Seite 2


Handwerker sollen künftig ins Boot
Bei Kooperationen

"Früher haben die Unternehmen immer gesagt: Die Schüler können nichts. Und die Schulen haben Adenauer zitiert: Nehmt die Menschen wie sie sind, es gibt keine anderen", blickt Klaus Prepens, Leiter der Gesamtschule Bockmühle, zurück. Heute steht im Eingangsbereich der Schule eine Parkbank, erstellt von Schülern - mit Lehrlingen von Mercedes-Lueg. Ein Ergebnis der Projektarbeit, von der sich die Leiterin des Lueg-Ausbildungsbereichs, Elke Hamacher, qualifizierte Bewerbungen erhofft. Denn Lehrer, so ließ Manfred Sagolla von der Sutter-Gruppe durchblicken, hätten oft antiquierte Vorstellungen von der Bewerbung, die heute in einem Medien-Unternehmen anders aussehen muß als noch vor zehn Jahren. Die RWE-Net AG geht von ihrer Lehrwerkstatt übers Internet ins Klassenzimmer: "Auf Schüler hat es eine andere Wirkung, wenn fast gleichaltrige Lehrlinge erzählen, mit welchen Anforderungen sie konfrontiert werden", so Vorstandsmitglied Manfred Reindl.

Um die Palette möglicher Kooperationen von Schulen und Firmen zu erweitern, will man auch die Handwerksbetriebe integrieren. Denn die arbeiten noch parallel: Einen Tag vor der Projektausstellung im Arbeitsamt lädt beispielsweise die Sanitär- und Heizungstechnik zur Informationsveranstaltung in die Kreishandwerkerschaft. Herm



WAZ Nr. 247 vom 24.10.2000

Projekte geben Einblicke ins Berufsleben


Seit einem Jahr vermittelt das Schulamt Ausbildungsprojekte zwischen Unternehmen und Schulen. Die ersten Ergebnisse der Kooperation werden jetzt in einer Ausstellung gezeigt.

"Aus dem Klassenzimmer in die Ausbildungswerkstatt" heißt die Losung der Verantwortlichen. Ihr Ziel: Jugendliche sollen intensivere Einblicke in die Arbeitswelt bekommen und gezielter ihren Beruf wählen, während Unternehmen frühzeitig geeignete Nachwuchskräfte kennen lernen. Das "Projektbüro" im Schulamt vermittelt Projekte zwischen Unternehmen und Schulen, in denen Jugendliche über längere Zeit im beruflichen Alltag eingesetzt werden. Bislang kamen 30 solcher Projekte zustande. Die Goldschmidt AG arbeitet mit drei Realschulen zusammen, um den Schülern auch unbekannte Berufe wie den des Chemikanten näher zu bringen. Bei KHS Katernberg lernen Jugendliche das Löten, während die Sutter GmbH mit Schülern ein Logo für das Aufbaugymnasium erstellt. Insgesamt zwölf Unternehmen präsentieren die Ergebnisse ihrer Projekte in der Ausstellung "Wir erarbeiten unsere Zukunft" im Arbeitsamt. Sie ist am kommenden Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und am Freitag von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Über mangelnden Zuspruch können sich die Organisatoren nicht beklagen: Laut Arbeitsamt haben sich bereits über 1000 Schüler angemeldet. M.B.







NRZ Nr. 250 vom 27.10.2000 - Seite 2

Wenn Wirtschaft Schule macht...
...heißt das auch der Oberbürgermeister gut. Wolfgang Reiniger schwingt hier mit einigen Schülern am Stand von Bilfinger und Berger die Kelle. Das war nicht der einzige Stand im Arbeitsamt, wo es Anschauungsunterricht zum Thema Koope ration zwischen Schule und Wirtschaft (die NRZ berichtete) gab. Insgesamt zwölf Kooperationen zwischen Klassenzimmer und Lehrwerkstatt wurden vorgestellt. "Wir wollen nicht zum Prospekte sammeln einladen", hatte Gerhard Dohle, Leiter des Arbeitsamtes angekündigt - und so war es denn auch. Aluminium Essen hatte eigens einen Schmelzofen aufgebaut, wo Paul Zuziak, Azubi im dritten Lehrjahr, das flüssige, 760 Grad 


















heiße Metall in Barren goss.
 Ihm assistierten Thomas Kurt, 10. Klasse der Kath. Hauptschule Katernberg, die seit drei Jahren eine Kooperation mit der Firma hat. In Projektarbeiten erstellen Schüler Werkstücke, machen Praktika und haben gute Chancen auf eine Lehrstelle, wenn sie sich bewerben, so Thomas Kurt. 

Herm/ Foto: Tietz







NRZ Nr. 250 vom 27.10.2000 - Seite 4

Partnerschaften helfen Schülern und Firmen

Projekt "Schule und Wirtschaft" setzt mit großem Erfolg schon in der 8. Klasse an

Die Idee ist so simpel wie erfolgreich: Azubis von morgen lernen in Projekten ihren zukünftigen Beruf kennen. Aktiv. Mit allem drum und dran. Partnerschaften zwischen Schulen und Firmen machen das möglich - bis jetzt nur in Essen.


"Das Projekt `Wirtschaft und Schule` ist einzigartig in NRW", sagt Thomas Mikoteit, Berufsberater im Arbeitsamt Essen. Die Idee, Schülern und Firmen ein anderes Forum als die obligatorischen Firmenbesuche, Filme und Beratungsgespräche zu bieten, kam vor zwei Jahren. "Wir waren die Wehklagen, die Schüler seien nicht genug vorbereitet, einfach leid", so Mikoteit. Seit Mai `99 hat das Arbeitsamt über 30 Projekte vermittelt, in denen Schüler früh erfahren, was die Wirtschaft von ihnen fordert. Unter fachlicher Anleitung wird geplant und gebaut, aber auch Teamwork erlernt. Eine interaktive Ausstellung im Arbeitsamt zeigt noch bis heute mittag nicht nur einen Ausschnitt der bisherigen Projekte.

"Sie soll auch denen, die noch nicht dabei sind, zeigen wie das geht" so Mikoteit. Und es geht gut. Das beweist die Zahl der Firmen und Schulen, die stolz ihre erfolgreiche Zusammenarbeit präsentieren. Und die neben Faltblättern auch Baumaterial und Werkzeuge mitgebracht haben, an denen die 1500 eingeladenen Schüler üben können. "Die Idee ist absolut überzeugend", meint auch OB Dr. Wolfgang Reiniger. Denn: "Jede vierte Ausbildungsstelle wird heute abgebrochen, nur weil im Vorfeld nicht genügend informiert worden ist". hin

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