1999 - " Wir erarbeiten unsere Zukunft "

1. Ausstellung der Projekte Schule - Wirtschaft im Arbeitsamt Essen


Die Initiative der Berufsberatung und des Schulamtes (Start: Mai 1999) hat sowohl in den Schulen als auch in der Essener Wirtschaft sehr großen Anklang gefunden - lange Überzeugungsarbeit war nicht notwendig. Innerhalb kürzester Zeit konnten 18 Projekte entwickelt werden, von denen zehn im November 1999 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. 

Die Veranstaltung stand unter dem Motto: "Aktive Berufswahlvorbereitung - Schüler zeigen mit ihren Lehrern und den Partnern aus der Wirtschaft wie es gehen kann". Ziel der Ausstellung war es, an praktischen Beispielen aufzuzeigen, wie die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen funktioniert. Schüler, Lehrer und Betriebe, die bisher noch nicht an Projekten beteiligt sind, wurden zur Nachahmung aufgefordert.


Die gemeinsame Presseinformation und der Pressespiegel verdeutlichen die Intention der Ausstellung.



Pressespiegel 
WAZ Nr. 258 - Freitag, 5. November 1999

Schüler drängen sich im Arbeitsamt
Berufsvorbereitung hoch im Kurs 

Selbst Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger staunte: So viele Jugendliche wie zur Eröffnung der Ausstellung "Wir erarbeiten unsere Zukunft" drängten sich noch nie im Arbeitsamt Essen. An zwei Tagen informieren sich tausend Schüler aus 22 Schulen über Projekte zur Berufswahlvorbereitung.

Werkstatt als Klassenzimmer: Werkstattlehrer Walter Czerniak vom Berufskolleg West mit den Schülern Cenaiz Bayran (links) und Daniel Nowotna auf der Ausstellung. waz-Bild: Vinken


"Der Andrang der Jugendlichen zeigt, dass wir den Nerv getroffen haben", strahlte Thomas Mikoteit, Abschnittsleiter Berufsberatung im Arbeitsamt. Zum ersten Mal präsentieren Schule, Wirtschaft und Berufsberatung bis morgen gemeinsam Projekte, bei denen sich Jugendliche aktiv auf den Beruf vorbereiten können.

Über das unerwartet große Interesse der Jugendlichen, die sich freiwillig und nicht im Rahmen einer "amtlichen" Klassenfahrt in der gut gemachten Ausstellung informierten, freut sich Arbeitsamtsdirektor Hans Gerhard Dohle: "Es kamen mehr Jugendliche als eigentlich angemeldet waren." Jugendliche müssen heute bereits in der Schule bei der Berufswahl und der Suche nach einer Lehrstelle unterstützt werden. Diese These des Arbeitsamtes wird von Schulen und der Essener Wirtschaft unterstützt. Erste Erfolge zeigt die Ausstellung: Realitätsnaher Unterricht durch z. B. Schülerfirmen, bei denen die Jugendlichen die Arbeitswelt praktisch kennenlernen. Dies funktioniert bereits gut u. a. an der Gesamtschule Bocksmühle, der Goldschmidt Realschule sowie an den Hauptschulen Katernberg und Bochold. Ko.



NRZ Nr. 258 - Freitag, 5. November 1999

Ausflüge zur Arbeitswelt

1000 Schüler lernen Kooperationsprojekte kennen

Lieber einmal rechtzeitig zum Arbeitsamt als später einmal hier Stammgast werden zu müssen - das mag sich der ein oder andere der 1000 Schüler denken, die gestern und heute noch bis 12.30 Uhr in das Haus am Berliner Platz strömen, um sich rechtzeitig zu erkundigen, wie Schulen und Unternehmen versuchen, den Übergang von der Schulbank in den Beruf zu erleichtern. Arbeitsamt und Stadt halfen, zehn beispielhafte Projekt aus Essens Schullandschaft hier auszustellen, damit die zum Teil mustergültigen Kooperationen zwischen Firmen und Schulen möglichst viele Nachahmer finden.





Borbecker Nachrichten Nr. 44 - Donnerstag, 4. November 1999 

Schüler nehmen Zukunft in die Hand
In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und dem Arbeitsamt

"Wir erarbeiten unsere Zukunft" ist ein Projekt überschrieben, bei dem Schulen, Wirtschaftsunternehmen und Arbeitsamt in einem Boot sitzen. Was bei dem Unterfangen - Schülerinnen und Schüler für für sie geeignete Ausbildungsplätze zu interessieren - herausgekommen ist, zeigt eine Ausstellung am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag im Arbeitsamt. 

"Jugendliche müssen frühzeitig bei der Berufswahl und der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt werden", sagt Essens Schuldezernent Dr. Oliver Scheydt. Eine enge Kooperation zwischen Schule, Wirtschaft und Berufsberatung sei daher notwendig. 

Zwar habe es auch schon vor dem Projekt eine intensive Zusammenarbeit zwischen Schulen und Firmen gegeben, so Hans Gerhard Dohle, Direktor des Arbeitsamtes Essen, aber die Ausstellung "Wir erarbeiten unsere Zukunft" könne auch andere Schulen und Schüler sowie Unternehmen animieren mitzumachen. Dohle: "Sie sind zur Nachahmung empfohlen."

Die Hauptschule Bochold zum Beispiel könnte Vorbild sein. Seit Jahren schon gibt es hier eine "Bocholder Bewerbungswoche". In dieser Zeit werden die Mädchen und Jungen trainiert, Bewerbungsschreiben zu formulieren, ein Bewerbungsgespräch erfolgreich zu absolvieren. Außerdem nimmt die Schule am Projekt "BLiK" teil, das ist die Abkürzung für "Berufe live im Klassenzimmer" und bedeutet, dass via Kamera und Computer die Jugendlichen verschiedenste Berufe kennen lernen - oder andersherum: sich dem möglichen Lehrherrn schon einmal vorstellen können. "Wunderbar" urteilen Schüler und Pädagogen. Kein Wunder also, dass die Hauptschule Bochold bei der Ausstellung heute und morgen mit ihren Projekten vertreten ist.

Auch das Mädchengymnasium Borbeck ist mit seinem neuen Projekt "Mädchen stärken" und die Gesamtschule Bockmühle mit den Schülerbetrieben "Der Laden" und "Der Betrieb" dort vertreten. Auf der anderen Seite sind die Unternehmen: Zum Beispiel die Firma Goldschmidt aus der Stadtmitte (die übrigens auch mit der Geschwister-Scholl-Realschule zusammenarbeitet), Krupp oder die Aluminium Essen GmbH. Wie wichtig die Unternehmen den beruflichen Nachwuchs nehmen, zeigt sich auch darin, dass Ellen Ronden, Personalchefin bei Aluminium Essen, auch schon mal persönlich in den Schulen erscheint und ein Bewerbungstraining anbietet. Ellen Ronden: "Für uns ist auch Aufklärung wichtig. Wer kennt schon den Beruf des Verfahrensmechanikers?" fragt sie und deutet an, dass Aluminium Essen durchaus noch mehr jungen Leuten in technischen Berufen einen Ausbildungsplatz bieten könne und sie macht auch Hauptschülern Mut: "Im gewerblichen Bereich sind 80 bis 90 Prozent unserer Auszubildenden Hauptschüler". Allerdings der 10-b-Abschluß und befriedigende Leistungen in Mathematik und Deutsch seien schon Voraussetzung.

Etwa 20 Schulen mit rund 1000 Schülerinnen und Schülern haben sich schon angemeldet für den Besuch der Ausstellung, bei der Schulen zehn Projekte vorstellen. Doch Eltern, Lehrer, Schüler müssen sich nicht unbedingt anmelden. Jederzeit darf jedermann vorbeikommen: Heute von 8 bis 18 Uhr, am Freitag von 8 bis 13 Uhr. S.H.





Borbecker Kurier - 29.10.1999

Schulen und Wirtschaft suchen gute Kooperation
Berufswahlvorbereitende Ausstellung im Arbeitsamt

"Wir erarbeiten unsere Zukunft", so lautet das Motto der Ausstellung, die am Donnerstag, 4. November, und Freitag, 5. November, im Arbeitsamt stattfinden wird. Das Konzept der Ausstellung wurde jetzt von den Organisatoren und Vertretern der Wirtschaft in der Hauptschule Bochold der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Die Vertreter der Wirtschaft beanstanden die mangelnde Kooperation mit den Schulen. Heinrich Waldhorst von der Krupp-Kunststofftechnik: "Junge Leute, die sich bei uns bewerben, haben bereits wiederholt darauf hingewiesen, daß sie ihre Berufswahl aus dem hohlen Bauch heraus treffen. Außerdem fragen sie, warum die Betriebe nicht öfter in die Schule kommen." Ellen Ronden von der Aluminium Essen ergänzt: "Kooperation zwischen den Schulen und der Wirtschaft ist wichtig. Wir haben bereits selbst Bewerbungstrainings in den Schulen veranstaltet, weil sich die jungen Leute unter den Berufsbezeichnungen der Ausbildungsstellen nichts vorstellen können."

Stellten das neue Projekt vor (v. l.): Marius Burdzik, Mona Darwiche, Bogumil Dyjas, Baschira Achmed und Petra Walens. Foto: Kniel

Dr. Annette Gollek von der Firma Goldschmidt: "Wir sind das einzige chemische Unternehmen in Essen und haben deswegen auch Probleme unser Berufsfeld darzustellen." All diesen Problemen soll Abhilfe geschaffen werden, wenn am Donnerstag, zwischen 8 und 18 Uhr, und Freitag, zwischen 8 und 13 Uhr, die Ausstellung "Wir erarbeiten unsere Zukunft" ihre Tore öffnet. An zwölf Informationsständen werden Kooperationsprojekte zwischen Schulen und Wirtschaft vorgestellt. Aufklärung steht hierbei im Mittelpunkt, und alle Interessierten sind eingeladen, die Gelegenheit zu nutzen.

"Berufswahlvorbereitung ist die Aufgabe der allgemeinbildenden Schulen und deshalb ist es notwendig, daß die Schulen sich an Projekten mit Wirtschaftsunternehmen beteiligen". Das ist die Meinung von Hermann Lohschelder, Leiter der Hauptschule Bochold, und ergänzt: "Unsere Schule beteiligt sich an der jetzt geplanten Ausstellung mit zwei Projekten. Zum einem stellen wir das Konzept "Berufe Live im Klassenzimmer" vor, das in unserer Schule bereits angewendet wird und womit wir per Computer live in Betrieben dabei sein können.

Zum anderen werden wir unsere Bocholder-Bewerbungswoche vorstellen, in der die neunten Klassen eine Woche lang üben, wie man sich in Betrieben richtig bewirbt."Regine Möllenbeck, Mitorganisatorin der Ausstellung: "Wirtschaftliches Denken soll in den Schulen Einzug erhalten, das ist die Hauptaufgabe der Veranstaltung." Dr. Oliver Scheydt, Beigeordneter der Stadt für Kultur und Bildung: "Es haben sich bereits über 600 Schüler für die Ausstellung angemeldet und wir erwarten, daß wir die 1000 noch erreichen werden. Natürlich sind auch alle Interessierten ohne Anmeldung herzlich willkommen. Wer will, kann einfach vorbeikommen." 

Thomas Mikoteit vom Arbeitsamt Essen erklärt: "Es haben sich bis jetzt 19 Schulen gemeldet zu kommen. Bei diesen Schulen sind alle Schulformen vertreten." Manfred Gantenberg, Leiter der Hauptschule Katernberg: "Die Vorstellung ist natürlich nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus einer viel größeren Kooperation zwischen Schulen und Wirtschaft, die sich seit drei Jahren in Essen entwickelt. Allerdings werden hier zum ersten Mal kleine Aspekt gebündelt vorgeführt." Weitere Infos zu der Veranstaltung gibt es unter Telefon 181-2100.               clind

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